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Vom deutschen Volkscharakter
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Fritz Kern

charakter in die besondere nationale Kultur, welche an dieser Stelle nicht mehr zu erörtern ist").

Wenige gute Eigenschaften eines Volkscharakters erscheinen ohne günstige Schicksale und Pflege unverlierbar, wenig schlechte erscheinen unheilbar. Dies lehrt die aufmerksame Beobachtung geschichtlicher Wandlungen.

*) Vgl. (soeben erschienen) R. Müller-Freienfels, Psychologie des deutschen Menschen und seiner Kultur, München 1922, ein namentlich das kulturelle Gesicht des Deutschtums charakterisierendes, tiefdringendes Buch, auf das an dieser Stelle wenigstens nachdrücklich hingewiesen werden soll.

Entschluß fürs neue Zahr

(Bisher unveröffentlicht)

Es ist kein Kampf mit lauten Siegen

es ist ein stetes stilles Mühn:

neue Keime zu entfalten

und aus überkomm'nem Alten

junges Leben zu gestalten

und mit Schönheit zu durchglüh'n.

Und ist's wenig auch, was jeder

für sich selbst vermag und kann,

Hand in Hand mit gleichgestimmten

Freunden trägt es doch bergan!

Keine Last drum sei zu lästig,

keine Arbeit drum zu viel,

Auch das Kleinste wirkt zum Ganzen,

Auch Mißglücktes hilft zum Ziel

Schritt um Schritt.. und währt' es Jahre,

bis die Saat begann zu blüh'n . . .

Unser Dank sei unser Glaube,

unsere Freude unser Mühn:

neue Keime zu entfalten

und aus überkomm'nem Alten

junges Leben zu gestalten

und mit Schönheit zu durchglüh'n!

Cäsar Fleischten

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