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Vom alten deutschen Zunftwesen :
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Minnesangs Frühling in Frankreich

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geweckt und aufrechterhalten, daß sie nicht nur Genossen eines Standes, sondern eines Volkes seien.

In solcher Verfassung hat das Zunftwesen jahrhundertelang gedauert, ohne jedoch mit der Zeit fortzuschreiten und sich den neuen Verhältnissen an­zupassen. Die Formen wurden nur reicher und entarteten zum verschnörkelten Formelkram; alle Bestimmungen, der Zunftzwang, die Gewerbepolizei der Zünfte, das Meisterstück usw. erwiesen sich als zweischneidige Waffen. In religiöser Beziehung grub ihm die Reformation einen Teil des Nährbodens ab, in politischer tat das das siegreich vordringende Territorialfürstentum. Den Haupt­stoß erlitten sie in ihrem Lebensnerv durch den allgemeinen wirtschaftlicheil Stillstand Deutschlands, der sich mehr und mehr zum Rückgang steigerte. Die Zeiten waren vorbei, wo nach Gustav Freytags Schilderung an einfache Waren und schmuckloses Gerät Millionen Arbeiter ihre beste Kraft Hingaben mit dem Gefühl, eine Kunst zu haben, die sie vor den meisten voraus hatten, wo sie als Bewahrer feiuer Geheimnisse, vieler kluger Vorschriften und Handgriffe saßen, die kein andrer kannte als die Mitglieder ihrer Brüderschaft, und die der übrigen Welt so unentbehrlich waren, wo sie stolz darauf waren, unter ihren Genoffen die tüchtigsten zu sein, und wußten, daß ihre Kunst, redlich geübt nach Hand­werksbrauch, ihnen ein mannhaftes Leben sichere, Achtung guter Leute, eignen Haushalt und eine ehrliche Stellung in ihrer Stadt.

Schon im sechzehnten Jahrhundert empfand man die Übelstände; von da an wurde das Zunftwesen mehr und mehr von allen Weiterschauenden und Vorwärtsstrebenden verurteilt, sodaß alle ältern Arbeiten darüber wieder und wieder betonen, man müsse bei seiner Betrachtung die Zeit des Mittelalters, wo es allerdings nützlich gewesen, und die neuere, iu der es schädlich sei, unterscheiden.

So ist die Form, worin frühere gewerbliche Zustände einen angemessenen Ausdruck gefunden haben, mit ihnen vergangen, doch geblieben ist der Beitrag, den das Zunftwesen zur Knlturentwicklung geliefert hat: es verhalf der sittlichen Idee, die dem Altertum fremd war, zum Siege, daß die freie Arbeit, die Arbeit der fleißigen Hand auch ihre Ehre hat; es ermöglichte so dem dritten und dem vierten Stand ein gesundes Leben.

Minnesangs Frühling in Frankreich

von R. Uießmann in Bernlmrg

enn wir Herrn Walter von der Vogelweide um eine Erklärung der Minne angingen, so sagte er wohl:

ods ivlt i'sliw rlltsn Kuuns WÄii äiu mlnris so s^roolivt <isruis iil. Ninnv ist iivöisi' IisriMQ ^vuoris: tviliznt si g'sliono, 8vst üin mi»ns M.

Er würde also Minnesang als Liebeslied deuten. Für unfern Zweck wäre diese Definition etwas zu weit. Heute bezeichnen wir mit Minnesang