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Bilder aus dem deutsch-französischen Kriege : aus dem Nachlaß. 2. Ich hatt einen Kameraden
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Im alten Brüssel

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deter, sondern als Zugehöriger ins Stroh, und ich schlief mit dem Bewußtsein ein, den ersten Tag im Feld etwas geleistet zu haben. Das leise Brennen in der Hand kam mir fast wie etwas Wohltuendes, Ehrenvolles vor. Reiske hatte noch weiteres von dem Pikanten oder mindestens Eleganten eines Präsentierens mit ganz leicht auswärts geneigtem Gewehr gesprochen. Daran mag es gelegen haben, daß ich träumte, ich stünde Posten vor dem Quartier des Generals, dessen be­wundernden Blick auf mein im Winkel von 89 Grad präsentiertes Gewehr ich mit der frechen Rede erwiderte: So ist das Präsentieren nach Reiske, Einjährigem der zweiten Kompagnie, wollen nicht Exzellenz das Exerzierreglement entsprechend ändern lassen? Merkwürdigerweise hatte ich aber das volle Gefühl der Verwerf­lichkeit dieser Rede schon in dem Augenblicke, wo ich sie aussprach, ja ich fühlte stark, wie ungehörig es überhaupt sei, bei präsentiertem Gewehr den Mund auf­zutun, und als ich in diesem Augenblick erwachte, war nur noch der Schrecken und gar nichts mehr von Befriedigung über den schönen Griff in mir, und ich legte mich auf die audre Seite mit dem Vorsatz, auch im Traum nichts gegen das Reglement zu denken oder zu tun.

Unglaublich rasch lebte ich mich in meine neue Umgebung ein. Zwischen Reiske, dem alten Freund, und Haber, dem neuen Kameraden, stand ich nach außen gedeckt; in unsrer Korporalschaft war mir niemand übel gesinnt, mit einigen Kameraden knüpften sich engere Beziehungen. Der Unteroffizier sah mir scharf auf die Fiuger, denn er teilte, und vielleicht mit Recht, die Ansicht, die der Hauptmann als Ergebnis einer Gewehrparade kurz nach meinem Eintritt in den lapidaren Satz faßte: Die Freiwilligen sind Lottel, nur zu Patrouillen kann man sie brauchen. Aber er fand nichts Wichtiges zn tadeln; die Kompagnieknöpfe saßen fester als je, und die Griffe hatte ich sowohl von der praktischen Seite als durch Anleitung Reiskes in ihrem philosophischen Sinne mir zu eigen gemacht. Es dauerte auch nicht lange, bis ich in der Öffentlichkeit die Probe davon ablegte; mein Traum erfüllte sich, wenn auch eine Rangstufe tiefer, ich hatte den Posten vor dem Hause des Regimentsstabes und präsentierte das Gewehr mit allem möglichen

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)m alten Brüssel

von Clara Höhrath (Fortsetzung)

!N dem niedrigen Keller saßen und standen die Marolliens dicht­gedrängt. Ein kindliches, unerzognes, leidenschaftliches Publikum. Weiber in zerlumpten Tücheru aber künstlich aufgebauschten schwarzen oder rotblonden Haaren. Männer mit unheimlichen Verbrecher- Physiognomien, Trunkenbolde und bleiche Hungerkandidaten, da- lzwischen viel ausgelassenes, jung derbes, vergnügtes Volk, sie alle hatten denCents" Eintrittsgeld aufzubringen gewußt und verschlangen nun mit den hungrigen Augen die Vorgänge ans der kleinen Bühne. Sie ereiferten sich, er­griffen für und wider Partei. Sie ballten die verarbeiteten Fäuste und streckten drohend die Hände aus nach dem hölzernen Bösewicht. Die zierliche kleine Schäferin wollten sie in heißblütiger Ritterlichkeit den Klauen ihres Bedrängers gewaltsam entreißen. Aber alle Hände prallten zurück an dem starken Drahtgitter, das Papa Toone in weiser Vorsicht zum Schutz seiner hölzernen Kinder vor die Bühne gespannt hatte.