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Die Juden in Österreich.
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Der illustrirto Goethe.

reisenden Roßtäuscher staken die Räuber unter einer Decke, wechselten bei drohender Gefahr Wohnort und Namen, ja gingen wohl zeitweise außer Landes, bis Gras über die besonders Aufsehen erregenden Thaten gewachsen war.

Mit großer Frechheit nnd Schamlosigkeit betrugen sie sich vor Gericht, suchten namentlich den Polizeiagenten, der sich zwischen sie geschlichen, nnd den Kronzeugen, einen jener baumlangen Athleten, wie sie unter den ungarischen Juden nicht selten sind, den sie als Knecht benutzt hatten, ohne ihm den ge­bührenden Auteil am Raube zu gönnen, zu verdächtigen, wollten sich gegenseitig nicht kennen, und beschuldigten ihrerseits die Polizei, bei welcher Gelegenheit auch Persönlichkeiten an den Tag kamen, welche für den Verrat ihrer Genossen von der Polizei bezahlt waren, aber zu gleicher Zeit auchSchweiggelder" von den frühern Kumpanen erhalten hatten. Demnach erwiesen sich die Beweisgründe zu überwältigend, und das Urteil lautete gegen die Hauptverbrecher auf 20 Jahre schweren Kerkers. Aber mit der Gewißheit, nicht gehängt zu werden, erwachte auch der Freiheitsdrang. Eine Empörung im Zuchthause wurde nur durch einen glücklichen Zufall mit Waffengewalt gedämpft und von den vornehmsten Betei­ligten mit dem Tode auf dem Schaffot gebüßt.

Der illustrirte Goethe.

ls vor ziemlich drei Jahren ein paar österreichische Buchhändler von einem der formvollendetsten, inhaltlich allerdings frciesten Gedichte Goethes, welches in keiner Sammlung seiner Werke Auf­nahme gefunden hat und nur den genaueren Goethekennern be­kannt war, plötzlich Separatabdrücke veröffentlichten, die in ihrer auffälligen Ausstattung zweifellos darauf berechuet waren, Leuten in die Hände gespielt zu werden, welche ihre geistigen Bedürfnisse sonst mit schlüpfriger Kol- portageliteratnr zu befriedigen Pflegen, brandmarkten die Grenzboten diese Schnödigkeit in einem Artikel:Goethefrevel."

Dasselbe Wort war es, das uus unwillkürlich wieder über die Lippen fuhr, als uns vor einigen Tagen die ersten Lieferungen einer in Stuttgart erscheinenden illustrirten" Ausgabe von Goethes Werken in die Hände kamen.*) Offen ge-

*) Goethe's Werke. Jllustrirt von ersten deutschen Künstlern. Herausgegeben von Heinrich Dnntzer. Stuttgart und Leipzig. Deutsche Verlagsanstalt (vormals Ed. Hall- lierger).