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Zur auswärtigen Politik : 1. Der russische Ministerwechsel.
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Zur auswärtigen Politik.

^. Der russische Ministerwechsel.

m 12. Juni wurde in Petersburg ein an den Senat gerichtetes kaiserliches Dekret veröffentlicht, welches verkündigte, daß Graf Jgnaticff aus Gesundheitsrücksichten seine Entlassung vom Posten eines Ministers des Innern erbeten und dieselbe erhalten habe, daß er zum Präsidenten der Akademie und zum Mitgliede des Senats ernannt worden sei, und daß er zugleich seine Stellung als Mitglied des Reichsrates und deu Rang eines Generaladjutanten behalten werde.

Diese Nachricht, sowie die Ernennung des Grafen Tolstoy zum Nachfolger Jgnatieffs ist ohne Zweifel von Wichtigkeit, bei näherer Betrachtung jedoch nicht so bedeutend, als sie manchen auf den ersten Blick erschienen sein wird. Der zurückgetretene Minister war kein Freund Deutschlands, und seine Wünsche und Bestrebungen bedrohten den Frieden Europas, aber er konnte uns ebensowenig viel schaden, wie er Rußland viel nutzen konnte; denn sein Handeln wurde fast uach allen Richtungen hin durch Einflüsse, die ihm feindlich waren, gehindert und gelähmt, die auswärtigen Angelegenheiten leitete ein anderer, und von den zahl­reichen Reformen, die er in seinem Programme stehen hatte, ist keiue einzige zur Verwirklichung gelangt. Sein Sturz scheint durch Pobedonvszeffs und Katkoffs Manöver, also durch Gesinnungsgenossen erfolgt zu sein. Der Her­gang dabei war, wie berichtet wird, der, daß Jguatieff vor einiger Zeit dem Kaiser das Projekt einer Art Volksvertretung (Semski Sobor) andeutete und dessen Zustimmung erhielt, daß er dasselbe aber, als er es ausgearbeitet, ab­gelehnt sah. Als Grund der Sinnesänderung beim Kaiser wird augegeben, daß Tolstoy im Einvernehmen mit Katkosf inzwischen ein anderes Projekt vorgelegt

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