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Die heilige Ilios.
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Die heilige Ilios.

roia ist aufgedeckt! Die homerische Jlios ist gefunden! So tönt wiederum der Ruf vom fernen Hellespvnt herüber. Und wer sollte bei dieser Kunde nicht von freudiger Erregung ergriffen werden! Ein fast hundertjähriger Streit der Gelehrten wäre damit endgiltig entschieden. Aber, aber gerade weil die Nach­richt von so ernster, weitgreifender Bedeutung ist, bedarf es bei ihrer Aufnahme doch einiger Vorsicht.

Schliemann, der, um die etwas zweifelhaft gewordenen Ergebnisse seiner bisherigen Forschungen sicher zu stellen, in dankenswerter Weise sich entschlossen hat, die Ausgrabungen auf Hissarlik wieder aufzunehmen, kann gewiß mit Ge­nugthuung auf die Verdienste blicken, die er sich durch die Herbeischaffung eines so reiche» Fundmaterials aus alter Zeit um die Wissenschaft erworben hat. Die Anerkennung, die ihm hierfür geworden, ist eine wohlverdiente. Er hat das Maß seiner Verdienste voll gemacht, indem er den größten Teil seiner Sammlung dem deutschen Volke schenkte. Diese Sammlung wird für alle Zeiten eine Zierde der Berliner Museen bilden. An alledem zu deuteln nnd zu mäkeln, kann keinem Verständigen in den Sinn kommen. Allein so groß diese Verdienste auch sind, so dürfen sie doch nicht und es kann dies auch nicht die Absicht des Gebers gewesen sein der wissenschaftlichen Kritik den Mund verschließen. Je wertvoller die Fnnde Schliemcmns zu sei» scheinen, nmso sicherer muß festge­stellt werde», was wir in Wirklichkeit a» ihne» haben.

Es ist bekannt, daß Schliemann nicht zum erstcumale von Hissarlik aus jene Siegesbotschaft in die Welt schickt. Bereits im Jahre 1870 hatte er bei der Aufdeckung eines größeren Mauerstückes aus der Diadochenzcit dieEnt­deckung Troias" verkündet. Das war jedoch ein Jrrtnm gewesen. Später ge­langte er zu der Ansicht, daß unter den sieben Schichten, bez.Städten," die er im Hügel von Hissarlik nachweisen zu können glaubte, die dritte von unten, gewöhnlich dieverbrannte Stadt" genannt, das homerische Troia sei. Alle weiteren Untersuchungen des Terrains hatten lediglich den Zweck, diese seine Ansicht zu bekräftigen, alle Schilderungen und Angaben feines WerkesJlios" standen unter dem bestimmenden Einfluß dieser Überzeugung. Eine Unmasse von wissenschaftlichen und uichtwissenschaftlichcn Mitteln, von gelehrtem Apparat und literarischer Reklame wurde aufgeboten, um gerade dieser Idee iu der Welt Gel­tung zu verschaffen. Mit Zähigkeit hielt Schliemann auch dauu noch an der­selben fest, als von verschiedenen Seiten (darunter auch von dem Unterzeichneten in seiner SchriftZur Lösung der troianischen Frage," Heilbronn, Gebr. Hcn-