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Bakchen und Thyrosträger : (Fortsetzung.) : Zehntes Kapitel : die vorsichtige Erbin.
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Bakchen und Thyrsosträger.

Roman von August Nie mann (Gotha).

" , Da« Recht der Übersetzung vorbe-

lFortsctzUNg.) 5°«°"' Nachdruck verbatm.

Zehntes Kapitel. Die vorsichtige Lrbin.

Umsonst hat ihren Panzer keuscher Sitten Der Liebe kindisches Geschoß Gestritten,

ylvia saß mit ihrer Schwester Clara, dem Patenkind der Taute Stahlhardt, in deren rotem Boudoir in Stettin nnd überlegte mit ihr die Znkunft. Die kurze Reise, die veränderten Eindrücke hatten ihr wohlgethan, uud obwohl noch etwas blaß, sah sie doch wieder wohl aus, Ihre schwarzen Angen hafteten auf der Schwester Gesicht mit einem kritischen Ausdruck und mit dem gewohnten Blitz geistiger Überlegenheit, Die Familie hat ein ganz schreckliches Unglück in der letzten Zeit gehabt, sagte sie. Wohin ich sehe, ist Trauer. Dem Vetter Alfons traue ich auch nichts vernünftiges zu. Er ist ein niedlicher Mensch, aber er war, so lange ich ihn kenne, unberechenbar wie das Wetter, Heute so und morgen wieder so. Ich wundere mich nicht, daß die Tante so in Sorgen um ihn ist. Er richtet gewiß irgend ein Unheil an. Es ist zn auffällig, daß er so spurlos verschwunden ist. Und seinen Abschied mußte er doch gewiß wegen Schulden nehmen. Laß uns nur um des Himmels willen mit unserm Gelde vorsichtig nmgehen. Wir stehen ohne Eltern allein da, Clara. Ephraim Hütte auch wohl zur Be< erdiguug kommen können. Aber es scheint ja, als ob er in Heidelberg seine Gelehrsamkeit bei Seite gesetzt Hütte und sich gut amüsirtc. Und wenn ich erst an den Großonkel Lvvendal denke! Lieber Gott, welch ein Schicksal! Solch ein unermeßlich reicher Mann! Und nun hilft ihm all sein Geld nicht. Es ist die Trauer um Amadeus, die ihn so heruntergebracht hat. Er war von dem Tage an, wo Amadeus so unglücklich stürzte, nicht mehr wiederzuerkennen. Es