Der Anfang vom Ende der ägyptischen Wirren.
it der Herrschaft der ägyptischen Nationalpartei scheint es zu Ende zn gehen, seit sich die Westmächte unter sich und, wie anzunehmen, mit deu übrigen Großmächten Europas über ein geeignetes Einschreiten geeinigt haben. Am Sonnabend sind die Panzerschiffe, mit denen England und Frankreich vor der Haupthandelsstadt Ägyptens zunächst zu demvnstriren beabsichtigen, im Hafen von Alexnudrien eingetroffen, und einige Tage vorher erklärte Lord Grcmville im englischen Ober- hnnse, daß die Lage sich gebessert habe, wenn sie auch immer noch Schwierigkeiten zeige. Der Chedive Tewfik habe sich in der letzten Zeit entschlossener als früher verhalten, den Znmntnngcn Arabi Paschas kräftiger widerstanden uud die Notabeln für sich gewonnen, und nur, weil er noch von der Möglichkeit bedroht sei, durch physische Gewalt bezwungen zu werden, habe man die Panzcrgeschwader nach Alexandrien beordert. „Wir haben," bemerkte er weiter, „die Maßregeln, die wir zur Unterstützung unserer Politik für wünschenswert hielten, allen Großmächten und der Pforte mitgeteilt, und sie haben denselben sämmtlich zugestimmt. Wir sind anch zn einem vollständigen Einvernehmen mit Frankreich gelangt, soweit sichs nm den Weg in Betreff gewisser Möglichkeiten handelt, aber ich hoffe zuversichtlich, daß solche Möglichkeiten sich nicht verwirklichen und daß in Ägypten Friede, Ordnung nnd Wohlfahrt ohne Nnwendung von Gewalt wiederherzustellen sein werden," Über jenen Weg erklärte sich der Minister nicht näher. Ebensowenig geschah dies von selten Dilkes. der im Unterhause ähnliche Eröffnungen machte. Indeß leidet es keinen Zweifel-mehr, daß man in Airis seinen Einspruch gegen die Verwendung türkischer Truppen in Ägypten, falls sie noch nötig werden sollte, aufgegeben hat.
Niemand kann behaupten, daß die schließliche Intervention Europas, dessen Mandatare die Westmächte als die am meisten beteiligten sind, vorschnell erfolgt sei. Im Gegenteil, manche werden meinen, daß der entscheidende Schritt zu lauge aufgeschoben worden sei, da Arabi uud seine AnHanger durch das Zögern mit demselben offenbar ermutigt und zu größeren Ansprüchen veranlaßt wurden. Die Führer der Nationalpartei gingen im Vertrauen darauf, daß die Meinungsverschiedenheit zwischen Paris uud London es zu keinem energischen Entschlüsse kommen lassen würde, zn weit: sie verletzten den Sultan, sie drängten den Chedive zum Widerstaude gegen ihre Forderungen, sie forderten die Westmächte dnrch Bedrohung und Untergrabung der Kontrolle, welche denselben über die ägyptischen Finanzen zustand, zum Einschreite» heraus', sie verfuhren, mit einem Worte, unpolitisch, uud so kaun man nicht umhin, ihr Auftreten, obwohl manche ihrer Ziele wohlberechtigt erschiene!?, zu verurteilen.
Als im vorigen Sommer die Empörung der ägyptische» Obersteu gegen den Chedive ausbrach, ließen die Mächte dieselbe gewähren. Grcmville erklärte den Meuterern zwar in einer Depesche, England nnd Frankreich, die Wächter der Kontrolle, würden nicht dulden, daß die Sache mit anarchischen Zuständen endige. Dann aber gingen die Dinge ihren Gang, wie Arabi und seine Partei es wünschten, d. h. sie entwickelten sich immer mehr zu Ausschluß des euro-