Abermals Vandalismus.
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dieser wichtigen Frage nicht auf akademische Kundgebungen zu beschränken, an denen es ja auch anderwärts nicht gefehlt hat, die aber die Sache bisher nur wenig gefördert haben, leuchtet aus der Sprache des Erlasses ziemlich deutlich hervor. Hoffentlich geht die Konferenz nicht auseinander, ohne zu greifbare» Resultaten gelangt zu sein.
Abermals Wandalismus.
einerlei Banwerke erfahren so oft und so einschneidend den modernen Mangel an Pietät, als diejenigen, welche zur Ausbreitung der im weitesten Sinne des Worrs gegründet werden. Der
Ansdruck modern will dabei natürlich in seiner wahren Bedeutung genommen werden. Denn die Christen, Manrcn, Sarazenen ?c., welche im frühen oder spätern Mittelalter Kultusstätten umbauten, folgten ganz naiv dem Bedürfnis ihres Kultus uud ihrer Zeit und gingen nicht über dieses hinaus. Drei Religionsbekenntnissen hat der Parthenon gedient, die Jungfrau Maria hat dort die Pallas Atheuci verdrängt und ist selbst wieder von dem bilderschcueu Islam verdrängt worden; an zahllosen andern Orten wurden antike Tempel in christliche Kirchen, christliche Kirchen in Moscheen umgewandelt, dabei blieb aber unberührt, was nicht den religiösen Vorstellungen der Neuerer zuwider oder für den neuen Zweck hinderlich war. Eine Stilperiode übernahm von der andern unfertige Kirchenbauten und führte sie in ihrer Weise zu Eudc. Denn eine lebendige Kunst kennt keine archaistischen Anwandlungen, sie redet wie ihr der Schnabel gewachsen ist, uud ebenso frei von doktrinärem Tic, erkennt sie kein Verbrechen darin, einem romanischen Schiff einen gothischen Thurm aufzusetzen. Erst die Hochrenaisfanee zeitigte jene Unduldsamkeit, welche auch die frühern Geschlechter unter ihre alleinseligmachende Kunstreligion beugen wollte, und z. B. in Rom mit dem Umgestalten und Verkleistern älterer Kirchen ein Wesen getrieben hat, daß dem Beschauer das Herz weh thut; und erst die neneste Zeit ist von der antiquarischen Leidenschaft ergriffen worden, welche nicht mehr gestattet, sich unbefangen der Freude an einem Kunstwerke hinzugeben, vielmehr vor allem Hcimatsscheiu und stilistisches Sittenzeugnis fordert. Welche Sünden sind schon im Namen der Stileinheit und Stilreinheit verübt worden! Namentlich die Ncu-Gvthiker schieueu für alle dereinst der Gothik zngefügte Unbill Rache nehmen zu wollen in einem Vernichtungskriege gegen spätere Ansgestaltnng und Ausschmücknng gothischer Kirchen. Was Jahrhunderte in frommem Sinn und redlichem Bemühen in das alte Gotteshaus gestiftet hatten an Chorstühlen, Kanzeln, Fenstern u. s. w. wurde von den Inquisitoren peinlich untersucht und, um sie die Macht hatten, ohne Erbarmen ausgcstoßen. So manches malerische,