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Bakchen und Thyrosträger :
(Fortsetzung.)
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Literatur.

praktische Folge zu geben. Er sah ganz gut ein, daß Flörchens Neigung, wie Flörchen nun einmal beschaffen war, ihm schließlich ganz entschlüpfen könne, aber er war nicht imstande, ihre Neigung in der Weise zu fesseln, wie Meister Gottfried von Straßburg es beim Wcltkinde voraussetzt. Es war ihm nicht gegeben, Flörchens Liebe so iu Athem zu erhalten, wie es Hütte geschehen müssen, um eines korinthischen Mädcheus — wie er Flörchen im Herzen nannte — sicher zu sein. (Fortsetzung folgt.)

Literatur.

Beiträge zu unsern modernen Atom- uud Molekulartheoricn auf kritischer Grundlage von Dr. Eugeu Dreher, Dozenten in Halle, 1882,

Diese kleine, glatt und leicht geschriebene Schrift ist aus dem weitverbreiteten Bedürfnis entsprungen, die Resultate der modernen Naturwissenschaft unter einen einheitlichen Gesichtspunkt zusammenzufassen und zu ordnen, und der Ausdruck „auf kritischer Grundlage" fall offenbar andeuten, daß der Verfasser bemüht gewesen sei, sich an Kant anzuschließen. Indessen schon in der Vorrede macht uns der Aus­druck bedenklich, daß er die durch die exakten Naturwissenschaften gewonnenen Re­sultate ans eine philosophische Grundlage zurückführen wolle, „die in gleicher Weise der Erfahrung wie den in nns liegenden Denkgesetzen Nechnnng trägt"; als hätte Kant niemals gezeigt, daß die Denkgesetze nnsre Erfahrung erst möglich machen und vollständig bestimmen. Ferner konnte der Verfasser „diejenige Doktrin unseres Wissens, die sich mit der Feststellung der Fundamentalwahrheiten alles Erkennens beschäftigt, nicht unberücksichtigt" lassen: die Metaphysik im modernen Sinne.

Der Verfasser zitirt so häufig Kaut, daß man sich des Gedankens nicht er­wehren kann, daß er ihn selbst gelesen habe. Dennoch ist es ihm unbekannt ge­blieben, daß Kant alle Metaphysik auf die Erkenntnistheorie eiuschränkte, und alle Spekulationen über Atome und immaterielle Materiell zu jener Metaphysik rechnete, die eben durchaus keine kritisch-wissenschaftliche Berechtigung hat. Dem Verfasser ist in Übereinstimmung mit der landläufigen Meinung das Ding an sich das einzig Wirkliche. Dies ist uns nur leider nicht recht zugänglich, unterhält aber dafür unsre Sinne angenehm mit Erscheinungen jeder Art, so daß wir uus eine Anschanungs- welt vorstellen können, die freilich wenig Ähnlichkeit mit der „wirklichen" Welt hat. Was die chemischen und physikalischen Atome eigentlich seien, ob Dinge an sich — dann wäre es auffallend, wenn wir so viel von ihren Eigenschaften wüßten, — oder Erscheinuugcu — dauu wäre es aber sonderbar, daß wir sie nicht sehen können —, darüber scheint der Verfasser selbst nicht recht ins Klare gekommen zu sein.

Ehe man nicht gründlich Ernst macht mit der Kcmtschcn Lehre, die Dcnk- gesctze als die bestimmende Macht in jeder Erfahrung anzucrkenucn, eher wird es eine vernünftige Naturphilosophie nicht geben.

Für die Redaktion verantwortlich: Johannes Grunow iu Leipzig. Verlag von F. L, Hcrbig in Leipzig. ^ Druck von Carl Mnrquart in Renduitz-Leipzig.