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Politische Briefe : 2. Die bevorstehende Reichstagssession.
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politische Briefe.

2. Diei bevorstehende Reichstagssession/'')

itten in Unglimpf und Gehässigkeit, welche die deutsche Tages­presse anfüllen, haben diePolitischen Briefe" nach einer Oase würdiger und wirklicher Diskussion gestrebt, von der sie die Zu­sammenhänge der nationalen und auswärtigen Politik erkennbar zu machen bemüht waren, denen die inneren Fragen unterworfen bleiben. Man hat dies Streben damit gelohnt, daß man, wie in einem rohen Karnevalsgetümmel, der ruhigen Maske die Hülle abzureißen snchte.

Was konnte man damit wollen? Einen Zusammenhang mit der Regie- rnngssphcire entdecken? Man würde damit doch keine Verantwortlichkeit fest­stellen. Eine freiere Diskussion der Fragen, welche dieselben dem Einfluß der Diskussion unterstellt, muß auch dem Staudpunkte der Regierung gestattet sein, und auf die Personen, welche die Erörterung führen, kann es dabei nicht an­kommen. Oder wollte man, wenn man jenen Zusammenhang nicht fiuden konnte, diePolitischen Briefe" nicht weiter beachten? Das steht schon jetzt jedermann frei. Höchst befremdlich ist es aber, daß man Ausführungen, die nur durch das Gewicht ihrer Gründe wirken können nnd wollen, dieses Gewicht gleichzeitig einräumt und gleichzeitig zerstören will, sei es durch Übertreibung, sei es durch Herabsetzung der Bedeutung ihres Ursprungs. Noch einige Stcinwürfe, nnd man kann diese Stimme zum Schweigen bringen. Es wird dann eine nicht ganz geringe Bestätigung der Erfahrung vorliegen, welche znerst so auffallend in der sogenannten neuen Ära gemacht wurde, daß die Anhänger der Regierung nichts Vergeblicheres thun können, als den Weg fachlicher Diskussion bcschreiten. Auf deni Felde der Presse, so scheint es, muß man den Revolver bei sich tragen. Wer ihn nicht führen mag, hat die Wähl zwischen der Dachstube des Philo­sophen oder der erhabenen Stellung der Befehlenden, wenn er nicht einfach Ambos sein muß.

Daß diePolitischen Briefe" einen Versuch noch einige Zeit wagen wollen, dessen Gelingen die geringste Wahrscheinlichkeit für sich hat, dazu trägt etwas die Erinnerung an eines jener orientalischen Märchen bei, die mit so überschweng­licher Phantasie und mit so ergreifendem Ernst die geistige Macht der Welt in plötzlichen Wirkungen vorstellen. Das Märchen ist folgendes i

*) Durch ein Mißverständnis ist im 6. Hefte bei dem Aufsatz:Die Inkonsequenz des Fürsten Bismarck" die Überschrift:Politische Briefe. 1." weggelassen worden. Wir be­nutzen diese Gelegenheit, um nochmals aufs bestimmteste zu erklären, daß der Versasser der Politischen Briefe" in den Grcuzboten mir diese Briefe schreibt. D. Red.