Briefe von Peter Cornelius,
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einmal etwas Festes und Unumstößliches i» der Ästhcstik." Ob sie berufen ist, eine kleine ästhetische Revolution zu iuaugurireu, ob sie vor dem — Galgen hätte ich beinahe gesagt — vor dem Richterstuhle einer strengen Fachkritik mit Freude» begrüßt, oder vom Katheder herab zu unerschöpflichen Anregungen die Ursache werden wird, wer möchte das voraussagen! Sie eröffnet aber in der That die berühmte „ungeahnte Perspektive," sie muß jedenfalls anreizen, auf demselben sicherm Fundamente Werkstück für Werkstück weiter zu bauen. Daß sie cwaigeu Gegnern — uud diese werden sicher nicht ausbleiben ungedeckte Stellen zum Einschlagen ihrer Sturmleitern bietet, ist schou wegen ihrer diktatorischen Form vorauszusetzen. Das Register der „Thatsachen" z. B. hat insofern ein bedenkliches Loch, als das Aualvgon für die Plastik fehlt. Der Autor hätte vielleicht besser gethan, die Veröffentlichung bis zu dessen Auffindung hinauszuschieben. Denn vorhanden sein muß es, wenn das protlcimirte Gesetz mit Recht allgemeine Giltigkcit haben soll. Auch der Sprung von der Grundform des Gemäldes auf den Nahmen scheint gewagt. Aber das alles ist kein Grund, den apodiktischen Charakter des Gesetzes anzuzweifeln. Vielmehr scheint es mir bemerkenswert, wie dieses Gesetz sein sicheres Licht intensiver auf die Künste „in der Zeit" — und anf diese nnanfechtbar — als auf die „im Raume" wirft, ohne daß ich eine bessere Erklärung dafür geben könnte, als die Vermutung, daß es möglich wäre, den Begriff der Grundform für die „räumlichen" Künste noch schärfer zu präzisiren oder daß vielleicht die zarte Grenze, die schon Aristides Quiutilinn zwischen Rhythmus und Enrhhthmie gezogen hat, übersehen ist.
Jedenfalls geht die merkwürdige Schrift Krauses dem Eklektizismus in der Ästhetik scharf zu Leibe, uud das verdient hervorragenden Dank, wie die Schrift selbst dringende Beachtung. Der Eklektiker ist bedauernswert — bejammernswert, wenn er Ästhetiker ist. Albrecht Krause gehört nicht zu diesen Unglücklichen.
Hamburg. Alfred Stelzner.
MWWM
Briefe von Peter Cornelius.
Mitgeteilt von !V. Roß mann.
on den folgenden, noch nicht publizirten Briefen des großen Meisters sind die ersten vier an Friedrich Wilmans in Frankfurt am Main gerichtet, der in den bisherigen biographischen Aufzeichnungen nur wegen der Porträts, welche Cornelius von ihm uud seiner Frau gemalt hat, und zwar als Willemann oder Willmann vorkommt. Derselbe war zu Anfang des Jahrhunderts wohl der