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Wilhelm Raabe.
Seite
341
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Mlhelm Raabe.

Ich halte es immer noch >ic>r nicht für

eme Geschichte ans diesem Jahrhundert.--

Doch ja ja wahrhaftig! Gottlob jn, es ist doch eine auS ihm!"

W, Rande, Howcrer,

nter dcll zahlreichen fleißigen Erzählern der Gegenwart, die jahr­aus, jahrein mehrere Bände in die Well senden und das lesende Publikum in Atem halten, finden sich poetische Talente so gnt wie bloße Routiniers, Wem? es für den Dichter und namentlich für den Erzähler keine leichte Aufgabe ist, in sich selbst und zur rechten Zeit zu spüren, daß der Drang der Lebcnsdarstellung iu Gewohnheit und unwillkürliche Anstachlnug der schaffenden Kraft übergeht, so ist es auch für den Kritiker schwierig genug, die feine, viclgewnndene Grenzlinie scharf zu erkennen, längs deren die rasche, leicht flüssige Produktion in Mache und öde Vielschreiberei umschlägt. Auch mit dem WorteVielschreiber»" wird ja Miß­brauch getriebeu, wie mit allen gestempelten Kunstwortcu. Denn noch hat nie­mand genau ergründet, wie weit der Kreis wirklichen Schaffens gezogen sein kaun, und während kein Streit darum ist, daß Alexander Dumas oder Karl Spindler ein mäßiges ursprüngliches Talent dnrch Vielschreibcrci verflacht und verflüchtigt haben, wird man Bedenken tragen, Schriftsteller wie Lope de Vega, Georges Sand oder Charles Dickens Vielschreiber zn nennen, obwohl die Zahl ihrer Werke ins Ungeheure geht und gewisse Wirkungen der Überproduktion, namentlich die Wiederholung der eignen Erfindungen und Gestalten, bei ihnen nicht ausgeblieben sind. Es giebt ganz offenbar echt poetische Natnrcn, die sich erst in einer gewissen Breite voll zn entfalten vermögen, deren Eigentümlichkeit uud künstlerische Aufgabe es bedingt, daß sie ihre Wcltciudrücke und Lebens- auschciuuugeu kaleidoskopisch iu rasch wechselnden, verschiedenen und doch wieder entschieden einander ähnlichen Bildern darstellen. Freilich wird in solchem Falle immer ein Überschuß desStoffs" über dieForin" (beides im Sinne Schillers und Goethes verstanden) vorhanden sein, aber das ist ein Geschick, dem der moderne Erzähler überhaupt nur in seltenen Fällen zu entriuueu vermag, und geht mehr die künftige als die gegenwärtige Generation au. Wer heute nur oder vorwiegend stvffartig interessirt, fesselt, ja erhebt uud rührt, mag immer­hin das kommende Geschlecht, das dnrch keinen Reiz der Form zu ihm hinge­zogen werden wird, kalt lassen. Die Gegenwart kann darnach höchstens nebenher fragen, sie hat es zunächst mit der unmittelbaren Wirkung zu thun, welche das

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