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Nicolaus Lenau.
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bei seinen übrigen Landsleuten. Aber was ihn von allen unterscheidet, ist jene unmittelbare Kraft der Seele, die zwar zu uubehülflich ist, sich eine Form zu geben, die aber überall durchscheint. Er hat nicht gedichtet, um Gedichte zu machen, nach diesem oder jenem Schema, sondern weil ein innerer, gewaltiger Drang ihn trieb, jener mystische Tigergeist, der ihn quälte, bis er seine Qualen aussprach. Man oergleiche die wilden Empfindungen, die in seinen ungeschickten Bildern zncken, mit jenem bunten, geschulte», aber hohlcu Pathos, das sich in Herwegh ausspricht. Als Her­weg!) seine Freischaaren gegen die deutsche Grenze führte, und das Gesindel sich obdachlos ans dem Markt tnmmelte, fand ihn ein Freund im Schlafrock auf dem Sopha. den Don Qnixvte lesend.Das ist doch das einzige vernünftige Bnch ans der Welt!" meinte er. Diese bequemen Worte haben mir schon, ehe sie gesprochen, in den Ohren geklungen, wenn ich im Rausch vou 18-40 seiue Aufforderungen, die Kreuze aus der Erde zu reißen, seiue Vergleichuugeu der deutschen Eichen mit grünen Fragezeichen der Freiheit, seiue Reime aus französische Refrains,, vive la, rvMbliquk und allons enklms vernahm. Lenau's Gefühl hat tiefer gewurzelt. Der Bruch seiner Zeit ist ihm nicht ein Spiel des Witzes gewesen, wie Heiue uud Herwegh; er ist au ihm zu Grunde gegangen. Möge die geistige Kraft, die er entwickelt, uud durch die er unser Denken und Empfindeil bcfrnchtet hat, uns trösten über den ernsten Eindruck, den sein Schicksal machen muß.

1. 8.

Cin Anachronismus.

Aus Prag.

Die böhmische Bergpartei ist jüngst durch eineu Zuzug verstärkt worden, welcher, so hoffen sie zn Wien, dem Volte alles Freiheitsgelüste im Wege der Exorcisation in kürzester Frist ans dem Leibe jagen soll. Bedeutend unterscheiden sich die böhmischen Montagnards von den Männern des Berges zu Paris, dort ist der Berg von Holz, hier aber thront die Uebermacht deö regelmäßigen Aus- uahmszustaudes auf dem Felsenberge des Hradschiu; auf dem Prager Schloß, dem ominösen, wird die Freiheit in das Zwaugökamisol gesteckt, mit Wasser und Brod tractirt, gcstockprügelt und durch soldatisches Bramarbasiren terrorisirt.

Der Soldatenherrschaft von Gottes Gnaden hat sich nun auch das geistliche Primat, der neu ernannte Erzbischof Fürst Friedrich Schwarzenberg oben auf dem Hradschin beigeordnet. Die uüMia wilitans und die voolvsm militans reichen sich die Hand zum Schutz - und Trntzbündniß gegen die neue Zeit. Während die, letztere bemüht sein wird, die Freiheitsidee durch apriorische Verfinsterung zu bannen, wird die crstere beflissen sein, durch aposteriorische Argumente Kommom wacker Grenzvoten. III. I8S0. 49