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Nicolaus Lenau.
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einflußreichste Kunstinstitut Leipzigs begrüßt. Die Stadt selbst schließt mehr als manche andere materielle uud geistige Mittel geuug iu sich, um der Kunst eine Heimath zu geben;.dies sehen wir aus Manchem, was iu älteru Familienhäuseru noch aus der Wirkungszeit der Oeser und Grass übrig geblieben ist, von dem aber leider zu viel bis jetzt »geschätzt uud uugckaunt verborgen gewesen. Gerade die neueste Zeit iudeß, die sv Vieles zerstört hat, gibt uns Hoffnung für ciu neues tatkräftiges Aufleben der Kunst: wünschen wir, daß daun Leipzig in Bezug ans dieselbe den Standpunkt wirklich und iu der That einnehmen möge, deu es so lauge schou grundlos nud ohne Recht einzuuehmeu glaubt oder wünscht.

Nicola us Lenan.

Der Dichter ist nicht mehr. Die unheimliche Nacht, die sich mit düstern Schatten über sein Dasein gebreitet hatte, hat mit seinem Leben zugleich geendet. Wohl ihm, daß es vorüber ist.

Und doch erfüllt uns dieser Tod mit Wehmnth. Lcnan steht nicht allein. Es lastet auf unfern Dichtern ein böses Verhäugniß; je tiefer ihr Gefühl, desto düsterer die Welt ihrer Vorstellungen, desto scheuer ihr Blick in das Chaos einer werdenden Zeit, die ohne zuversichtliche Richtung, ohne das leuchtende Bild eines festen Glaubens, iu wüster Brandung hiu und wieder braust, die Phantasie irrt, das Gemüth beunruhigt. Wie viel dabei auf die Rechnung des Einzelneu kommen mag, mehr oder minder findet sich dieser Gruudton der Schwermuth doch in all unserer Poesie. Leuau selber hat diesen Grundtou schöu uud wahr charakterisirt.

Woher der düstre Unmuth unstcr Zeit,

Der Groll, die Eile, die Zerrissenheit?

Das Sterben in der Dämmerung ist schuld

An dieser srcudenarmen Ungeduld.

Herb ist's, das langersehnte Licht nicht schauen,

Zu Grabe gchn in seinem Morgengrauen.

Und müssen wir vor Tag zu Asche sinken,

Mit heißen Wünschen, unvergoltncn Ouaalcn,

so bleibt uns der einzige Trost, daß eine glücklichere Nachwelt, die den Ausgang jenes großen Kampfes unserer Zeit übersieht und seiner Früchte sich erfreut, in ihrer höhern Auschauuug das Bild ergänzen wird, das in unserm eignen Gemüth unvollständig, zerstückelt, rathselhast uud unbefriedigend aussieht; es bleibt uns der Trost, daß schou früher, in Uebergaugszeiteu ähnlicher Art, die edelsten Herzen in zwecklosem Kampf verblutet haben, und daß die Menschheit aus diesen Schmerzen gestählt und mit nener Lcbcnshoffnung hervorgegangen ist.