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Biographien unberühmter Russen. I. : Schicksale eines polnischen Knaben.
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Biographien nnbernhmter Nüssen.

I.

Schicksale eines polnischen Knaben^).

Ein Herr von D., welcher an der lithauisch-podolischen Grenze ein Dörf­chen besaß und dasselbe wegen der Möglichkeit eines ungünstigen Aus­gangs der polnischen Revolution im Mai 1831 verkaufte, sah sich nach dieser Revolution, die er als Offizier desselben Corps mitmachte, in welchem die be­rühmte Gräfin Emilie Plater als Capitain focht, zur Flucht gezwungen. Er ging, mit einer kleinen lithauischen Mannschaft in dem romariuoschen Corps auf östreichisches Gebiet und kam ohne besondere Hiuderuisse nach Belgien und England.

Vergebens versuchte seine Gattin mit ihrem dreizehnjährigen Knaben und den bcideu uvch jüngern Töchtern ihm zu folgen. Die Bewachung der Gerichts- krcise und besonders der Grenzdistricte wurde gleich nach der Unterwerfung Po­lens so forcirt, daß an keiue Auswanderung und noch weniger an einen Aus­zug mit dem Vermögen gedacht werden konnte.

Eine Folge der Revolution war die Bildung der Adelsprüfungsdepntationen. In dem Gerichtskreisc, wo die Familie des flüchtigen D. sich dauernd aufge­halten, hielt eine solche Deputation im März 1833 ihren Einzug und begann unverweilt ihre Arbeit.

Auch Fran von D. meldete sich im Namen ihrer Familie, besonders aus Rücksicht auf ihren Knaben, der durch den Verlust des Adels am Meisten leiden konnte. Die Deputation forderte, im Juli -die Frau von D. auf, ihre Do- cumcnte oder sonstigen Beweismittel vorzulegen. Sie besaß eine alte Urkunde, deren lateinischer Text allerdings auf der einen Seite, und zwar an einer nicht unwichtigen Stelle eiu wenig unkenntlich geworden war; allein das Document war im Uebrigen so beweiskräftig, daß mir böser Wille seine Echtheit bestreiten konnte. Der zweite viel kräftigere Beweis war der Nachweis, daß noch jüngst die Familie ein Dorf mit Gerichtsbarkeit frei und erblich besessen hatte.

Die Person, von welcher vorzugsweise gesprochen wird, so wie deren Familie, be­finden sich noch in Rußland; dies hat de» Einsender dieser Mitteilung veranlaßt, auch da die Namen nur durch Buchstaben anzudeuten, wo der Leser das Recht hat, ein ausgeschriebenes Wort zu verlangen. Das Mitgethciltc sind Auszüge aus Briefen, welche der Held dieser Geschichte in die Hände seiner Verwandten zu bringen wußte. Vielleicht findet sie der Leser dcßhalb anziehend, weil sie nichts in Rußland Ungewöhnliche« enthalten.