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Rußland im letzten Halbjahr. I.
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stimmt sind, in deutscher Sprache veröffentlicht. Denjenigen, welche Steuern und Abgaben jeder Art eingezahlt haben, sollen Quittungen und Talons von Quittungen, den örtlichen Einwohnern Zeugnisse und Billete zum Handel und Gewerbe auf Wunsch in deutscher Sprache verabfolgt werden.

(Schluß folgt.)

Aus Schwaben.

25. Juni.

Welchen Ausgang unser Militärconfltkt nehmen wird, mögen die Bayern wissen! Vorausgesetzt allerdings, daß diese woran billig zu zwei­feln ist selber wissen, wohin sie steuern. Für jetzt sind wir aufmerksame Zuschauer der verwunderlichen Experimente unserer Nachbarn, und da vor dem Herbst an den Zusammentritt unserer Kammer nicht zu denken ist, haben wir alle Muße, um die verwandte Krisis, welche die Staatsmänner und Pa­trioten an der Jsar beschäftigt, beschaulich zu verfolgen. Unsere Volkspartei empfindet es mit einer an Neid grenzenden Bewunderung, daß der bayrische Milizgreis im Bund mit seinen ultramontanen Gefährten so tapfer ins Zeug gegangen ist und selbst jene diplomatische Mäßigung verschmäht hat, der die diesseitigen Patrioten sich bequemen zu müssen glaubten. Eine achtmonat­liche Präsenz ist mehr, oder vielmehr weniger, als man am Nesenbach bis jetzt in ofsicieller Weise zu verlangen gewagt hat. Hier hat man die Sache bis jetzt fast mehr im Scherze behandelt, drüben aber verspricht sie sich zum bittern Ernst zu gestalten, und so ist die Freude groß, daß der Finanz­ausschuß der bajuvarischen Volksvertretung sich an die Spitze der civilisatori- schen Bewegung des Jahrhunderts gestellt und mit geistlichen und weltlichen Waffen entschlossen die Bresche in die Burg des Militarismus eröffnet hat. Der weitere Gang der Dinge dürfte dann wohl geeignet sein, wieder etwas abkühlend zu wirken. Nach dem ganzen seitherigen Verlauf ist nicht anzu- .nehmen, daß der vorhandene Conflikt rasch und rein gelöst werden werde. Wer überhaupt noch einiges Interesse an den inneren Dingen in Süddeutsch­land sich gerettet hat, der möge sich mit Geduld waffnen. Ohne Zweifel wäre den Regierungen irgend eine Entscheidung, gleichviel welche, erwünscht, und die Exaltirten andererseits sähen nichts lieber als eine effektvolle Theater- katastrophe. Allein solche Gunst wird aller Voraussicht nach den süddeutschen Staaten nicht zu Theil werden. Ein schleichender Hader, durch mühsam er­neute Compromisse nicht beglichen, sondern nur von Station zu Station fortgeschleppt, wird das künftige Loos dieser Staaten sein, empfindlicher an ihrem Mark und ihrer Lebenskrast zehrend als irgend ein Entweder Oder.