Altes und neues Heer
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Altes und neues Heer
von einem jungen Frontoffizier
XV. Werdende Macht*)
Umriß einer Artikelserie: „Werdende Macht", aus Aufzeichnungen aus dem Sommer 1920, die wegen der damaligen Politischen Hochspannung nicht ausgeführt wurde.
I. Wehrmacht und Zeit
Armeeprogramm
! aß die Armee eine Einheit sein wird, wenn es darauf ankommt, Deutschlands Grenzen zu schützen, wer zweifelt daran? Wer wollte behaupten, daß es dann noch Klassengegensätze gäbe, weil Offiziere und Mannschaften aus verschiedenen Schichten kommen?
Aber: Die Armee muß lernen, auch im grauen Alltag eine Einheit zu sein.
Und Deutschland muß lernen, auch des Alltags ein einig Volk zu sein. Während eines langen deutschen Alltags, auch in Zeiten des Friedens, auch in Zeiten der Not, auch in Zeiten der Depression und der Nervosität.
Ist es nicht höchstes Ziel, durch die Armee diese Einheit des Alltags zu demonstrieren?
Ist das nicht eine große Mission?
Wird ein solches Beispiel von elementarer Wucht nicht Einfluß auf das Gesamtvolk ausüben?
Das Armeeprogramm nach außen lautet: Friedensvertrag halten, arbeiten, Maul halten. Von dem Armeeprogramm nach innen: Davon wollen wir freimütig reden.
Marineprogramm
Was für die Armee gilt, gilt auch für die Marine. Doch eins tritt erschwerend hinzu:
Die unendlich feinen Fäden einer Marineorganisation zwischen den Dingen und zwischen den Menschen erfordern — weil ja diese Fäden zumeist versteckt liegen — von Offizier und Mannschaft noch mehr als von denen der Armee Vertrauen zum obersten Führer:
Vertrauen und nicht fragen.
») Wir bringen den letzten Artikel der Serie „Altes und neues Heer", ohne uns mit seinem Inhalt zu identifizieren. Die Aufsätze erscheinen voraussichtlich als Broschüre.