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Das Pro und Contra der Rechtsparteien
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Ausgegeben am 26. November 1921

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Des kräft'gen Mann'S Behagen ist Parteilichkeit.

Goethe

Das pro und (Lontra der Rechtsparteien

von Fritz Kern

l,. Der Deutschnationale gegen die Aoalition

^ur Rettung Deutschlands ist vor allem die Erziehung der Massen zum nationalen Einheitswillen unerläßlich; diese Entwicklung wird aber durch eine Koalition nicht gefördert, in welcher die Mehrheits- sozialdemokratie die Rolle des verwöhnten Kindes weiterspielen darf. Die sozialistischen Gewerkschaftler Hetzen weiter gegenUnter­nehmer-Erpressung", beeifern sich verblendet die Vermögenssubstanz dem Feinde auszuliefern, predigen den Besitzlosen noch immer das Evangelium des einzig un­versöhnlichen Gegensatzes, der nicht zwischen dem französischen Zerstörungseifer und unserer deutschen Existenz bestehe, sondern zwischen Kapital und Arbeit. In einem Augenblick, da der Franzose endlich auch den Arbeitern der zu zerstörenden Deutschen Werke die Augen öffnet, verschleiern Wirth und Genossen immer krampf­hafter und unehrlicher den alleinigen Grund des wachsenden Elends, die unter­schriebene, unerfüllbare Kriegsentschädigung. Statt der Verzweiflung des Volkes das Ventil gegen den allein schuldigen Feind zu öffnen, heuchelt diese Regierung, als ob die Plünderung von Einkommen und Besitz irgendwie noch Deutschland zu retten, dieNot zu lindern vermöchte. So wird in diesen Wochen unter dem Zeichen der Koalitionsbildung der vielleicht letzte Augenblick zur Erziehung der Massen ver­säumt und mit einer neuen Revolution gespielt, weil die in Preußen koalierte Linke im Reich nicht die Wahrheit über Teuerimg, Zahlungsunfähigkeit und Nutz­losigkeit konfiskatorischer Steuern zu bekennen wagt. Denn diese Wahrheit würde den nationalen Gedanken stärken und dieIdeale" der Linken schwächen. Wohl kann in so jammervoller Zeit kaum ein Motiv der Selbstsucht, sondern nur ein gutgemeinter Gedanke die Volkspartei zum Eintritt in eine solche disziplinlose Koalition bewegen; aber indem sie eintritt, belastet die Volkspartei sich und den nationalen Gedanken mit der Verantwortung für eine Politik, die nicht von ihr Grenzboten IV 1921 17