Der begossene Pndcl
Erschütternd sind die Gedichte Hölderlins ans den lichten Tagen seiner Umnachtung. In den Ausgaben ist folgendes meist das letzte:
„Das Angenehme dieser Welt hab ich genossen,
Die Jugendstunden sind wie lang! wie lang! verflossen.
April und Mai und Juuius siud ferue,
Ich bin nichts mehr; ich lebe nicht mehr gerne/'
„Fragment" ist es überschrieben, Hölderlins ganzes Leben war ein Fragment. Die Sehnsucht aber wandelt gern hinauf auf die Berge und träumt üi! Ruinen, und oft zieht hier eiu ganz besonders tiefer Klang dnrch das Herz wie der Laut einer Aeolsharfe.
Ver begossene Pudel
Er fühlte sich als weisen Barden Und wiegte sich im Größenwahn; Und Jsidorchen nannte Horden Sich stolz und Maximilian
Wie hat er grün und gelb bepinselt, Was hier in Deutschland auch geschah, Und wie umwedelt und umwinselt Den Woodrow aus Amerika!
Und, o, wie hoch saß er zu Rosse Und sabberte und schwabbelte. Daß selbst der röteste Genosse Sich fragte, ob's ihm rappelte.
Und nun in Deutschland nichts zu wollen, Hand es der wackre Federheld Für nützlich, sich hinwegzutrollen In die geliebte neue Welt.
Schon sah er sich mit Lorbeerkränzen Umwunden dort, wie nie zuvor, Schon sah in neuem Ruhm sich glänzen Der vielgeliebte Jsidor.
Da tönt „Pfui Deubel!" es herüber Mit ungeheurer Lungenkraft; Man hält bereit schon Nasenstüber Und Pferdeäppel massenhaft.
Und langsam dämmert's Jsidoren: Die Treu ist doch kein leerer Wahn. Und trübe ist das Los des Mohren, Der seine Schuldigkeit getan.
So preist der kleine, bissige Köter Die sanfte Schoßhundseligkeit, Wie der gewaltige Tmtentöter Des „ewigen Friedens" goldne Zeit.
Er pfiff umsonst den Jankeedoodle, Denn dunkel ist der „Zukunft" Bahn; Und dasteht als begossener Pudel
Der große — Maximilian I Paul warnck«