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Altes und neues Heer : XIII. Reichsmarinewerden
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Gedanken über Schulreform

III.

Marinszukunft

Die Marinepolitik des neuen Deutschland wird vom Bündnisgedanken bestimmt. An Marineprogramme, Baupläne ist aus politischen und materiellen Gründen für Jahrzehnte nicht zu denken.

Die Hauptbasis der kaiserlichen Marine war die Nordsee. Die Zeit der Abwehcsront gegen England ist vorbei. Ganz abgesehen davon, daß wir tat­sächlich nur fähig sind, die Ostsee zu verteidigen und unsere Nordseeküste nur durch unsere Küstenbefestigungen unter Flottenhilfe eines anderen Staates verteidigen können.

Ein russisch-deutsches oder englisch-deutsches Zusammengehen würde für die Reichsmarine die Abriegelung des Belts als Aufgabe vorsehen.

Der Marinepolitik entsprechend mutz die materielle Einzelgestaltung der Reichsmarine erfolgen im Nahmen der Ententebestimmungen und die waffentechnische Ausbildung, d. h. vor allen Dingen im Minensuch- und Küstsn- besestigungsdienst. Dazu als Waffenschule und Unterstützung der Küstenbefestigung: Linienschiffe, Kreuzer und Torpedoboote.

Vor den materiellen und militärischen Aufbau aber geht der geistige, der darauf hinauslaufen muß, Volk und Marine zu einer Einheit zu schmieden und den aus dem Bürgerkrieg 1919 stammenden Gegensatz zu überbrücken.

Die Reichsmarine muß eine Traditions marine sein, um den Marinegedanken überhaupt wachzuhalten. Der Deutsche muß wissen, daß er eine Marine hat, die Propaganda darf nicht auf dem toten Punkt angelangen wie jetzt. Die Reichsmarine muß eine Traditionsmarine sein, um die Parvenue- erscheinungen ihres inneren Aufbaues zu überwinden.

Die Reichsmarine muß eine Schulmarine sein, um die Erfahrungen der alten Marine nicht in den Akten verstauben zu lassen. Sie muß eine Schul­manne sein und 15 000 Führer erziehen.

Gedanken über Schulreform

von Herbert padel

n unserem Schulwesen ist etwas nicht in Ordnung. Schilderungen von den Verhältnissen an unseren Schulen,.^wie sie Thomas Mann in seinen Buddenbrooks oder noch stärker Frank Wedekind in Frühlings Erwachen" gibt, sind Übertreibungen oder verallge­meinern besonders schlimme Zustünde. Ich will auch nicht sagen, daß die Kinder zu viel arbeiten müßten. In diesem Punkt ist schon vieles besser geworden. Und auch davon will ich nicht reden, daß es doch eigentlich merk­würdig ist, daß wir unsere Jugend zwingen, das Leben eines Büchergelehrten zu