Niedergangsliteratur
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schaft und eine Sparbank gründen, werden für die Familien unserer Mitglieder Lebensmittel und Kohlen billig besorgen: kurz, über den Magen geht erfolgreiche Politische TaktikI
Wir werden dank unserer finanziellen Mittel in der Lage sein, unsere gefährlichsten Feinde, von denen der Offizier, der nur poltert, uns aber nicht mit gleicher Waffe bekämpft, der geringste ist — den Verband nationalgesinnter Soldaten, den Nationalverband Deutscher Offiziere, den Deutschen Offiziersbund und die „Kameradschaft der Marine" auf wirtschaftlichem Gebiete und damit überhaupt zu übertrumpfen; so daß wir hoffen, in diesem Sommer die Mehrzahl der Wehrmacht zu den unseren zählen zu können, um dann — nachdem der Kapp-Putsch den ersten Schlag gestattet hatte — den entscheidenden letzten ausführen zu können.
Für die Republik und für uns soll dieser Sommer Aufstieg bedeuten!"
Niedergangsliteratur
von Oskar lvahnelt I.
em ewigen Wechsel und der Wiederkehr der Erscheinungen unterliegt auch die Literatur; ja, in ihr werdeu historische Abläufe —! sie brauchen darum nicht gerade mit den geschichtlichen Tatsachen zusammenzufallen — oft recht klar und eindrucksvoll aufgezeichnet. Gewöhnlich geschieht dies gegen den Willen der Schaffenden; aber sie sind doch zu allgemein oder gar ausschließlich Kinder ihrer Zeit, als daß sie ihr im wesentlichen entfliehen könnten. Anders ist es, wenn schöngeistige und wissenschaftliche Köpfe sich durch ihre Zeit beengt und beschränkt fühlen und sich dann mehr oder weniger bewußt gegen sie auflehnen.
In einer solchen Zeit der Auflehnung gegen das übernommene scheinen wir heute wieder einmal zu leben. Sie ähnelt darin in wichtigen Zügen dem Versuch einer Umgestaltung auf literarischem und sozialem Gebiete, der ungefähr in die Jahre 1880-90 fällt.
In ihnen tratenähnlich wie jetzt — Einzelne auf, bildeten sich Zusammenschlüsse aller bisher „Stummen uud Bemaulkorbten" zwecks einer Emanzipation der Literatur und Kritik „von der Tyrannei der höheren Töchter und der alten Weiber beiderlei Geschlechts", wie es z. B. in der „Gesellschaft" 1885 Nr. 1 heißt. Sie begnügten sich indes nicht mit dieser schon recht schweren Zielstellung, sagten vielmehr als junge Weltenstürmer auch der Gestaltung der sozialen Verhältnisse entschiedenen Kampf an: „Wir künden Fehde dem Verlegenheitsidcalis- wus des Philistertums, der Moralitätsnotlüge der alten Parteien- uud Cliquenwirtschaft auf alleu Gebieten des modernen Lebens."
So kam der Sturm gegen das literarische Erbgut und seine Sachwalter, ein Sturm, von dem die Besten ihrer Zeit, wie Rcmbe, G. Keller und Storni,