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1905 - 1918 - 1921
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gestellt werden konnte. Der Weltkrieg von 191418 erfüllte den britischen Wunsch nach gegenseitiger Zerreibung der deutschen und russischen Macht. Das britische Imperium sah sich als Alleinherrscher von der Nordsee durch das Mittel­meer und rund um den Indischen Ozean.

Ein paar Jahre des neuen Friedens haben freilich genügt, den nach end­lichem Frieden lechzenden Völkern der Erde die Augen darüber zu öffnen, daß sich das Dreieck von Gegnerschaften, das für die britische Eroberungspolitik charak­teristisch ist, in anderer Mächtekonstellation neu Lebildet hat. Das englische Welt­reich, das ostasiatische Jnselreich und die Vereinigten Staaten von Nordamerika, dre Sieger des Weltkrieges von 191418, stehen sich im Wettbewerb um die Herrschaft im Großen Ozean gegenüber. Alle drei.sind heute noch durch Allianz oder Assoziativ» mit einander verbunden. Alle drei fühlen sich gegeneinander im Jnteressenkonflikt. Noch einmal soll- wie vor jedem großen Zusammenstoß in der Weltgeschichte der Versuch eines radikalen Ausgleichs gemacht werden. Aber hinter der Washingtoner Konferenz steht schon die traditionelle Taktik Groß" britanniens bereit, die beiden Gegner der englischen Weltmachtstellung sich gegen­seitig schwächen oder gar zerreiben zu lassen.

Verwaltungsreform

von Dr. Alfred Karll

on Zeit zu Zeit rauscht es im Blätterwalde von allerlei Reformen im Verwaltungsdienst. Meist sind es Ankündigungen großer Um­wälzungen, die zu ungeahnten Ersparnissen führen sollen. Neuer­dings hat man in der Person des Gcheimrats Carl vom Finanz­ministerium sogar einen eigenen Staatskommissar zu diesem Zweck ernannt. Wie stets, so ging es hier. Man hörte eine Zeit hindurch allerlei von schönen Plänen, dann wurde es still. Auch dieser Kommissar zog es vor, sein dornenvolles Amt niederzulegen und einen erfreulicheren Posten zu übernehmen.

Ich möchte als alter Praktiker hier einmal wenigstens andeutungsweise er­örtern, warum dieser SeeschlangeVerwaltung" eigentlich durchaus nicht oder so schwer beizukommen ist. Wollte man die Frage gründlich behandeln, müßte man ein dickes Buch schreiben.

Ursachen der verschiedensten Art wirken zusammen: Zuerst die große Zahl der verschiedenen Behörden, die von einander ganz unabhängig sind und sich niemandem unterordnen wollen, z. B. die Neichsbehörden, die Staats­behörden, die Kommunalverwaltungen. Nehmen wir als Beispiel die städti­schen Behörden. Die Stadtverordneten haben nach der Städteordnung nicht das Recht, Mängel in der Verwaltung, so offenkundig sie auch fein mögen, abzu-