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gestellt werden konnte. Der Weltkrieg von 1914—18 erfüllte den britischen Wunsch nach gegenseitiger Zerreibung der deutschen und russischen Macht. Das britische Imperium sah sich als Alleinherrscher von der Nordsee durch das Mittelmeer und rund um den Indischen Ozean.
Ein paar Jahre des neuen Friedens haben freilich genügt, den nach endlichem Frieden lechzenden Völkern der Erde die Augen darüber zu öffnen, daß sich das Dreieck von Gegnerschaften, das für die britische Eroberungspolitik charakteristisch ist, in anderer Mächtekonstellation neu Lebildet hat. Das englische Weltreich, das ostasiatische Jnselreich und die Vereinigten Staaten von Nordamerika, dre Sieger des Weltkrieges von 1914—18, stehen sich im Wettbewerb um die Herrschaft im Großen Ozean gegenüber. Alle drei.sind heute noch durch Allianz oder Assoziativ» mit einander verbunden. Alle drei fühlen sich gegeneinander im Jnteressenkonflikt. Noch einmal soll —- wie vor jedem großen Zusammenstoß in der Weltgeschichte — der Versuch eines radikalen Ausgleichs gemacht werden. Aber hinter der Washingtoner Konferenz steht schon die traditionelle Taktik Groß" britanniens bereit, die beiden Gegner der englischen Weltmachtstellung sich gegenseitig schwächen oder gar zerreiben zu lassen.
Verwaltungsreform
von Dr. Alfred Karll
on Zeit zu Zeit rauscht es im Blätterwalde von allerlei Reformen im Verwaltungsdienst. Meist sind es Ankündigungen großer Umwälzungen, die zu ungeahnten Ersparnissen führen sollen. Neuerdings hat man in der Person des Gcheimrats Carl vom Finanzministerium sogar einen eigenen Staatskommissar zu diesem Zweck ernannt. Wie stets, so ging es hier. Man hörte eine Zeit hindurch allerlei von schönen Plänen, dann wurde es still. Auch dieser Kommissar zog es vor, sein dornenvolles Amt niederzulegen und einen erfreulicheren Posten zu übernehmen.
Ich möchte als alter Praktiker hier einmal wenigstens andeutungsweise erörtern, warum dieser Seeschlange „Verwaltung" eigentlich durchaus nicht oder so schwer beizukommen ist. Wollte man die Frage gründlich behandeln, müßte man ein dickes Buch schreiben.
Ursachen der verschiedensten Art wirken zusammen: Zuerst die große Zahl der verschiedenen Behörden, die von einander ganz unabhängig sind und sich niemandem unterordnen wollen, z. B. die Neichsbehörden, die Staatsbehörden, die Kommunalverwaltungen. Nehmen wir als Beispiel die städtischen Behörden. Die Stadtverordneten haben nach der Städteordnung nicht das Recht, Mängel in der Verwaltung, so offenkundig sie auch fein mögen, abzu-