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Sedanstag 1921
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Ausgegeben am 7. SsPtemSer 1921

Jeder Deutsche hat zu tun, als ob er allein sei und als ob lediglich von ihm allein das Schicksal des Vaterlandes ab­hänge. Fichte

^edanstag ^92^

von Rhenanus

Die Eroberer kommen und gehen wieder. Rheinisches Notgeld von 1921 (Stadt Andernach)

ir holen die vor dem Kriege versäumte politische Schulung durch starke Nachhilfestunden ein. Unsere neueste Erfahrung war Lloyd George als Lordprotektor. Daß England wieder für uns gegen Frankreich eintritt, ist das sicherste Zeichen dafür, daß wir sehr klein geworden sind. Im Juli 1870 begleiteten uns die eng­lischen guten Wünsche gegen dieunverschämten Franzosen", und die Deutsch­heit des Elsaß wurde nirgends mehr als in England gepriesen. Aber am Tage von Sedan wandte sich das Blatt. DerPunch" stellte von diesem Tage ab den ehrwürdigen König von Preußen als Alarich dar, der an der Spitze seiner Horden die edle Dulderin, die Kulturträgerin France überreitet. Von Briten ge­lieferte Waffen traten gegen Moltkes Barbarei in Tätigkeit. Und so ging es oresLenciv. mit unserer Macht wachsend, bis zum Frieden von Versailles.

Wenn es jetzt wieder die stärkste Festlandsmacht Frankreich ist, das im Interesse des britischen Weltreichs gezügelt werden muß, so kommt es zufällig uns zugute, daß die britischen Belange zurzeit nicht Faschoda heißen, sondern oberschlesische Kohle. Frankreich wie Deutschland haben bei ihren Zusammenstößen mit England bisher jeder für sich und jedesmal den Kürzeren gezogen. Die englische Protektion ist also eine sehr gewichtige Sache; sie hat nur den Nachteil, daß sie in demselben Augenblick aufhört, wo man ansangen will, selbst Nutzen aus ihr zu ziehen.

Grenzboten III 1921 17