Bücherschau
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Bilden
Hans Cornelius, Elementargesetze der bildenden Kunst, Grundlagen einer praktischen Ästhetik. Dritte, vermehrte Auflage, Mit 217 Abbildungen im Text und 11 Tafeln, Verlag von B. G. Teubner. Leipzig. Berlin. 1921. Geh. M. 15, geb. M. 20 ->- 120 °/o Zuschlag. Das bekannte Werk des Frankfurter Kunsthistorikers ist in schöner Ausstattung neu erschienen. Die textlichen Änderungen, die auf den ersten Blick wenig ins Auge fallen, beziehen sich auf ältere Kritiken an dem Buche. Sein Zweck ist, das Auge des Laien zur Erfassung der bildenden Kunst zu schulen. Dies Wird durch bildliche Beispiele und Gegenbeispiele unterstützt. Cornelius' Werk ist als eines der anregendsten Erziehungsbücher zum Kunstverständnis anerkannt, und es ist interessant, seine Thesen erneut zu überprüfen, nachdem in dem inzwischen verflossenen Jahrzehnt die lebende Kunst wie die Theorie der Kunstwissenschaft starke Wandlungen erlebt hat,
Dr. Wilh. von Bczold. Die Farbenlehre im Hinblick auf Kunst und Kunstgewerbe. Zweite Auflage. Vollständig neu bearbeitet und ergänzt von Prof. Dr. W, Seitz, Braunschweig. 1921. Frisör, Vieweg u. Sohn. geh. M. 3ö—. Es mag bei dem heutigen Tempo Physikalischer uud physiologischer Forschung gewagt erscheinen, ein derarliges Buch, das sich bei seinem Erscheinen im Jahre 1874 bewährt hatte, nach fast einem halben Jahrhundert neu herauszugeben. Indes hat W. Seitz in der Modernisierung der Bezold- schen Farbenlehre eine glückliche Hand gezeigt.
Ottmar Ruts. Menschheitstypen und Kunst.
Mit 27 Abbildungen. Eugen Diederichs.
Jena. 1921.Brosch,M. 80.—, geb,M.38.—. Wir haben in Deutschland zurzeit eine neue Wissenschaft, die sich im vollen Fluß befindet und für die Psychologie wie für die Geschichts- und Literaturkenntnis unberechenbare Erfolge verspricht. Es ist dies die neue Phonetik, die von dem verstorbenen
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Joseph Ruts entdeckt, heute durch Edmund Sievers zu eigentlich wissenschaftlicher Geltung erhoben wird. Da diese Wissenschaft im eminenten Sinne Persönliche Kunst ist, läßt sie sich durch Bücher weder erklären noch fortbilden. Die Nuts-SieverS'sche Methode ist deshalb wesentlich auf mündliche Tradition gestellt. Trotzdem ist es zu begrüßen, daß der Sohn des Entdeckers in der vorliegenden Schrift zum ersten Mal zusammenfassend die von der Familie Ruts seit Jahrzehnten getriebenen Untersuchungen darstellt. Zu bedauern bleibt dabei nur — und dies ist allerdings ein sehr wesentlicher Mangel des Buches —, daß Ruts junior sich nicht enger an Sievers anschließt, der der eigentliche Pol der Methode, ihr wissenschaftliches Gewissen ist. Infolgedessen enthält das Buch viele Unklarheiten. Auch seine gesichertsten Beobachtungen, wie z B, die rassenmäßigen Seelentypen finden sich leider vermischt mit überholten und ungeklärten Vorstellungen. Einer der bedeutendsten Schüler Sievers', Boecking, hat erst im vorigen Jahr die wichtigste der phonetischen Kurven entdeckt und diese bisher 'noch nicht Publizierte sogenannte Bocckingkurve ist die eigentliche Grundlage dieser völkerpsychologischen Gesetze. In einem so jungen und unfertigen Wissenschaftsgebiet ist eine Literatur, die sich an Laien wendet, besonders bei der starken Versuchung gerade dieser Wissenschaft zu suggestivem Abirren der Phantasie ein zweischneidiges Instrument.
I. Lchmann, Die Ornamente der Natur- und Halbkulturvölker. Mit 6 Tafeln. Frankfurt, Baer. 1920. Eine Fundgrube für den Forscher und
namentlich für den Kunstgewerbler.
William C°l,n, Indische Plastik (Die Kunst des Ostens, Band II). Bruno Cassirer Verlag. Berlin 1921. Preis geb. M. 70.—. Der preiswerte Band erschließt Neuland., Es ist freilich zurzeit noch gar nicht möglich, die indische Plastik wirklich befriedigend und abschließend im Bild vorzuführen. Dazu.