Ausgegeben am 14. Juli 1921
Ich glaube und bekenne: daß ein Volk nichts höher zu achten hat, als die
Würde und die Freiheit seines Daseins, daß es seine Freiheit mit dem letzten Blutstropfen
verteidigen soll, daß es keine höhere Pflicht zu erfüllen hat, daß der Schandfleck einer feigen Unterwerfung nie
zu verwischen ist, daß dieser Gifttropfen im Blute eines Volkes die Kraft späterer Geschlechter lähmt und untergräbt, daß man die Ehre nur einmal verlieren kann, daß ein Volk unüberwindlich ist im Kampfe um
seine Freiheit, daß selbst der Untergang nach blutigem und ehrenvollem Kampfe die Wiedergeburt sichert. __ v. Llausewitz
schritt für schritt
Von Rhenanus
1. Die Verwelschung des Rheines, chritt für Schritt, nur aufgehalten durch die Kriege mit England, geht die französische Politik seit dem dreizehnten Jahrhundert zu den Grenzen Cäsars am Rhein. Nachdem das preußische Blut 1813 die Deutschen, Holländer, Engländer, Italiener vom Franzosenjoch befreit, schuf England haltgebietend die Lage, in der schon 1840 Alfred von Musset höhnend singen konnte:
3' i! est Ä vous, vvtre Kinn Alleirmnä, I^sve? ^ (Zone votrs livröo: Oü le pere a passe, passera Kien I'enmnt. I^ous 1'aurons, votre Kinn allemanä. Sie haben ihn. Die kleine Unterbrechung durch Bismarck ist durch die Nation Erzbergers bald ausgeglichen worden, denn das Volk, das jetzt seine Livree im Rhein wäscht, das Volk, das niemals einen starken Staat, nur zuweilen unwillig einen starken Staatsmann ertrug, bis er starb oder fiel, dies Volk, das jetzt unter marokkanischen Mohren frohbeduselt wie einst — halt fest, du kölnisch Grenzboten III 1021 , 4