Isenburg
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Bequemlichkeit und Anstrengung, beständig Phantasie, Dcnkkraft und Willen wach zu halten, um Kritik, Überwindung und Neuschöpfung zu üben. Denke keiner: es nützt nichts, wenn ich es tue, wo doch so viele andere es nicht tun werden. Richard Wagner hat einmal gesagt: „Deutsch sein heißt, eine Sache um ihrer selbst willen tun". Das unselige Blicken aus andere hat schon manche Kraft gebrochen! Handle ich zuerst, so kann ich auch den Glauben haben, daß meine Tat ihre Kreise zieht,- denn nichts geht unter im vielerlei des Geschehens, und alle Tat wird wieder Motiv. Wenn wir uns gewöhnen, auch die individuellsten Dinge des täglichen Lebens unter die große vaterländische Idee zu stellen, so werden wir damit den ersten Schritt tun, diese materiellste aller Zeiten zu überwinden. Wenn wir die größte wirtschaftliche Not, in die je ein Volk schicksalhaft geriet, anfangen zu bejahen, d. h. danach zu handeln, anstatt wie bisher sie durch unser Verhalten noch immer wegzuleugnen, dann erst haben wir den Grund gelegt zu neuen Entwicklungen, die auf Verlogenheit und Schein nicht gedeihen können. Zu solchen Taten haben sich Männer und Frauen aus allen Schichten des Volkes im„Bunde der Erneuerung wirtschaftlicher Sitte und Verantwortung" (Berlin °W 35, Schöneberger Ufer 36a) zusammengefunden. Sie erlassen den Weckruf an alle, daß jeder auf den Gebieten des täglichen, wirtschaftlichen Lebens seine nationale ethische Pflicht tue, und wollen durch Sammlung der Geister alle Tatfreudigen stärken.
Isenburg
von Margarete Zander
^turm heult sein uraltes Schauerlied ums Haus. Hagel und Regen schlagen gegen die Fenster. Die alten Bäume im Gerten nebenan beugen sich ächzend, kampfesmüde. Schwer liegt die lichtverlassene Winternacht auf meiner umdüsterten Seele. Da spricht einer das Wort: „Isenburg". Ich lausche in suchender Sehnsucht. Ist's nicht auf einmal lichter geworden? Hat sich der müdegeraste Sturm zur Seite geschlichen? Leises Raunen und Rauschen klingt herüber aus weiter, weiter Ferne. Es ist das Lebenslied der alten Buchen und Eichen, die hinaufblicken zu den trotzigen Mauerresten der einst so stolzen Isenburg. Ich liege hoch oben zwischen den Ruinen im gelben Ginster, über mir im unendlichen Blau Lerchenjubel. -Oie Sonne brennt auf dem Ginster, als wolle sie ihn als feurigen Busch entzünden., Betäubend duften Hollunderbüsche, die ihre breiten, weißen Gesichter ilir^M^ Aschen das tief schweigende Mauerwerk drängen. O könntet ihr reden, ^enste s?"^ ^ Prächtige Säle umschlossen, ihr tiefen, geheimnisvollen ^ ' ^'^ ihr Türme mit den unheimlichen Burgverließen. Einst raunten Mp^??^ ^r Vergangenheit. Leben und Schicksal eines mächtigen
Geschlechts spalten sich in der stolzen Burg ab.
droliend bin^ ?bar überragte sie die bewaldeten Hügel, schaute schützend oder ) vmao ms Tal, zu den Niederungen der Menschen, die ihre Hütten schütz-