Buch erschau
43
Ein bloßer Traum, lieber Leser? Aber die unsterblichen Wvrte sind doch einmal gesprochen wurden, und zwar, woran der demokratische Abgeordnete Müller-Mciningen erinnert, 1871 durch Thiers. Er hat mit ihnen Belfort für Frankreich gerettet. Belfort hat die französische Offensive 1914 für Süddeutschland so gefährlich gemacht, daß unser rechter Flügel entsprechend verstärkt, unser linker folglich geschwächt wurde, so daß die Marneschlacht und der Krieg verloren ging . . .
„Die Verhandlungstür ist ja eigentlich zugeschlagen vom Feind, aber Gott, man muß sehen, vielleicht daß man kann finden noch eine Öffnung irgendwo", so hausiert die Frankfurter Zeitung 1921 an der neuen Zollgrenze mit dem „Jederzeit" des Besiegten. L, ^. rv.
^
Ans dem Lebe» der Antike.
rat Professor Dr. Th. Virt. Zweite Auflage. L8S Seiten. Gebunden 10.— M. Verlag von Quelle <K Meyer in Leipzig. 1919.
Die farbenreichen, warmen Schilderungen des antiken Kleinlebens durch einen Gelehrten, der zugleich Künstler ist, haben in Jahresfrist schon die zweite Auflage erlebt.
Bücherschau
Geschichte
Von Geheim- ist, eine Hoffnung, daß unseren Nachfahren einmal wieder bessere Zeiten beschieden sein möchten. Sollte die gegenwärtige Zerfahrenheit mit erneuter staatlicher Zersplitterung enden, so können die Lebenden sagen, daß sie den Untergang unseres Volkes sahen. Dann ist sein unumgängliches Los, als Völkerdünger untergepflügt zu werden von lebenskräftigeren Mitbewerbern um die Weltgeltung."
Die Grenze» des deutschen Volkstums.
Von Professor Dietrich Schäfer.
Verlag von Carl Curtius in Berlin >V. Als treuer Eckhardt des Deutschtums hat der Geschichtslehrcr, den wir jetzt infolge der Altersgrenze vom Berliner Katheder scheiden sehen müssen, jahrzehntelang sorgenden Blickes die Grenzen unseres Volkstums umschrittcn. Nun legt Schäfer dies statistische Schriftchen allen jüngeren deutschen Grenzboten als gedrängte Materialsammlung in die Hand. Wir zitieren die Schlußsätze der für das Deutschtum unentbehrlichen Broschüre:
„Der Ausgang des Krieges bedroht ja leider das Deutschtum mit verhängnisvoller Schwächung. Es ist ziffernmäßig das stärkste Bolkstuin Europas, aber die mitteleuropäische Lage seiner Wohnfitze und der damit zusammenhängende Gang seiner Geschichte haben es von jeher schweren Gefahren und unvorhergesehenen Wcchselsällcn ausgesetzt. ... Die Möglichkeit, völlig zusammenzuschließen, was sich 1866 noch nicht einigen konnte, scheint zu bestehen. Wird sie Wirklichkeit, so bleibt trotz allen Unheils, daS über uns hereingebrochen
v. Hofmann, Albert: Politische Geschichte der Deutschen. 1. Band. Geh. 30.— M, in Halbleinen geb. 40.— M. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart und Berlin. 1921. Albert v. Hofmann, der Verfasser des bekannten Buches „Das deutsche Land und die deutsche Geschichte", hat den Beruf in fich gefühlt, an dem Neuschauen unserer vaterländischen Geschichte mitzuwirken, das eine notwendige Folge des jähen Niederganges der Nation und ihres Selbstgefühls ist und ebenso die unerläßliche Vorbedingung der Selbsterkenntnis, die einen Wiederaufstieg begründen kann. Die Züge des Tragische» und Fragmentarischen, wie auf der anderen Seite die unverwüstliche Schöpferkraft deS Deutschtums treten bei Hofmann in der Abfolge der Ereignisse und Persönlichkeiten leitend hervor. Dieser erste Band behandelt ein Zeitalter, daS Hofmann infolge von Spezialstudien besonders nahesteht, das sür eine durchgeistigte Darstellung freilich spröde Zeitalter vom Beginn unserer Geschichte bis zum Ausgang der Karolinger. Hofmanns Eigenart ist es, die militärgeographischen Gesichtspunkte