Ausgegeben cnn 20. März l92l
Nichts ist geeigneter, die Verschmelzung widerstrebender Elemente zu fördern, als gemeinsame Arbeit an gemeinsamen Aufgaben Bisinarck
Um die deutsche Einheit!
Von einem preußischen Junker
Wir sind der Ausfassung, daß weder im Reiche noch in Preußen die Zeit reif ist, um die Frage der Wiederherstellung der Monarchie zu erörtern, geschweige denn in den Vordergrund der politischen Ereignisse zu stellen. Andererseits darf man an politischen Zcitströmungen, die gewisse Gefahren in sich berge», nicht achtlos vorübergehen. Aus diesem Grunde halten wir es für wertvoll, der nachfolgenden Ausführung ernstliche Beachtung zu schenken. Die Schriftleitung
^m ersten unter dieser Überschrift veröffentlichten Aufsatz"') wurde auf die monarchische Entwicklung in Bayern hingewiesen. Es wurde hervorgehoben, „daß wir zu einem gesunden, in sich gefestigten Kaiserreich nicht auf dem Wege kommen können, daß der Gedanke der Monarchie von Bayern aus über Deutschland einen Siegcszug stritt". Es ist nützlich, sich die Auswirkung der Entwicklung, wie sie in Bayern öu beobachten ist, einmal in: einzelnen vorzustellen.
Die staatliche Konsolidation Deutschlands nach der Revolution von 1918 M ihren Ausgang von Bayern genommen. Bayerische Kreise waren es, die zuerst ^uen klaren realpolitischcn Blick für die Schwächen der deutschen Nevolutions- .^glerungeu bewiesen, die, aufgerüttelt durch die Münchener Kommune (von der sie brigens im wesentlichen durch Preußische Truppen befreit wurden) und begünstigt durch einen demokratischen Konservatismus ihres Volkes, die Initiative zurAufrichwng eines Ordnungsstaates ergriffen. Sie lerntet: aus den Fehlern der Vergangenheit, >le kainen den Forderungen des TagcS entgegen und sie wußten zuerst wieder, sie mit Aussicht auf Erfolg wvlleu durften und wollen konnten. Das mußte > e zum^Vekennwis für die Monarchie führen. Auch insoweit haben sie die real-
Vgl. auch Grenzboten Heft 50/61, Jahrgang 1920. Trcnzboten I 1»S1 1<,