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Wem in diesen Tagen - Du nennst mich klein - Es gibt ein Wort
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Wem in diesen Taqen

Du nennst mich klein

Gs gibt ein wort Zy l

Wem in diesen Tagen ...

Wem in diesen Tagen bitterster Schmach

Nicht das Herz im Leibe brach,

Wem sich nicht alles sträubt und bäumt,

Wer nicht vor Zorn knirscht und schäumt,

Wer jetzt noch sein Herz an ein Spielzeug hängt,

Wer jetzt nicht den einen Gedanken denkt,

Wer jetzt noch zu tändeln und tanzen vermocht,

Wem nicht das Blut in den Adern kocht,

Der mag gut sein und ehrenwert

Und klug vielleicht und sehr gelehrt

Und gewandt und gebildet und freundlich und schlicht,

Nur ein Deutscher ist er nicht.

Du nennst mich klein

Du nennst mich klein in meinem Lieben, Beschränkt vielleicht und engbegrenzt dazu, Weil ich in deutschem Denken steh'n geblieben Und nicht modern bin so wie du.

Ich sah die Länder mancher Zunge) Doch näher als der König Psammetich Steht mir der letzte deutsche Schäferjunge, Der denkt und fühlt und spricht wie ich.

Ich bin geboren, deutsch zu fühlen,

Bin ganz auf deutsches Denken eingestellt)

Erst kommt mein Volk, dann all' die andern vielen.

Erst meine Heimat, dann die Welt.

Es gibt ein Wort. . .

Es gibt ein Wort, das Tore sprengt,

Das sich durch alle Nebel drängt,

Das alle Mauern niederrennt

Und weder Schild noch Schranke kennt,

Es gibt ein Wort, das trotzt und siegt,

Das jede Lanze niederbiegt,

Ein Wort, das Berg auf Berge türmt,

Bis es zuletzt den Himmel stürmt

Und Jovis Hand den Blitz entreißt,

Ein Wort, das trotzig, stark und still)

Es heißt:

Ich Will. Bogislav v. Selchow