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Das Gebot der Stunde
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Ausgegeben anr 16. Februar IS2l

Mein Vaterland

Nie war gegen das Ausland

Ein anderes Land gerecht wie du!

Sei nicht allzu gerecht! Sie denken nicht edel genug,

Zu sehen, wie schön dem Fehler ist.

Rlopstock

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Das Gebot der stunde

von Freiherr von Lersner, Mitglied des Reichstags

lic PariserKonferenz der Entente-Staatsmänner hat den einstimmigen Beschluß gefaßt, Deutschland neben der Zollkontrolle und derZahlung einer horrenden Ausfuhrabgabe für Jahrzehnte die phantastische Summe von 226 Milliarden Goldmark als Kriegsentschädigung auf­zuerlegen. Bis 1923 sollen wir jährlicheZahlungen von zwei Milliarden Mark in Gold, bis 1926 von drei Milliarden Goldmark/ bis 1929 von vier Milliarden Goldmark, bis 1932 von fünf Milliarden Goldmark, bis sage und schreibe 1963 von sechs Milliarden Goldmark leisten. Nebenher laufen die Zahlungen der Ausfuhrtaxe, die jährlich weit über eine Milliarde Goldmark betragen wird.

Für die Nichterfüllung dieser''Forderungen bedroht uns die Entente mit einer länger als 15 Jahre dauernden Besetzung des Rhcinlandes und der rechtsrheinischen Brückenköpfe, ferner mit der Einführung eines besonderen Zoll­systems im Rheinland d. h. mit dem offenen Versuch der politischen und wirt­schaftlichen Lostrennung der Rheinlands vom übrigen Deutschland. Endlich wird der weitere Vormarsch in deutsche Lande, womit Wohl Frankfurt und das Ruhr­gebiet gemeint sind, angedroht. Diese Strafbestimmungen sind uns bisher amtlich nicht mitgeteilt worden. Lloyd George hatte dieLiebenswürdigkeit", einigen französischen Journalisten mitzuteilen, man wolle auf die Notifizierung dieser Be­stimmungen verzichten, umalles zu vermeiden, was die deutsche Empfindlichkeit verletzen könnte".

Grmzboten I 1921 11