Meines Vaters Testament
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Meines Vaters Testament
Ich war ein Königssohn
Und habe
Als Knabe
Wunderschön
Auf goldenem Thron
Meinen Vater geseh'n.
Dann kamen Neider von allen Seiten.
Es war kein ritterliches Streiten.
Meuchlings haben sie über Nacht
Ihn um seine Krone gebracht.
Und als es mit ihm zu Ende ging,
Da gab er mir seinen güldenen Ring
Und hat mir durch das Haar gestrichen
Mit Fingern, die welken Sonnenstrahlen glichen,
Und sprach: Mein Sohn, ich scheide von der Erden:
Du mußt nun heute mündig werden.
Ich weiß, du kennst und verstehst mich gut,
Denn du bist Blut von meinem Blut)
Druni nur ein kurzes Wort
Sage ich dir)
Dann gehe ich fort,
Mein geliebtes Kind,
Weit, weit von hier
Jenseits der Berge, wo meine Väter sind.
Und wenn meine Väter mich fragen,
Wo ließest du Zepter und Krön',
Die du so stolz getragen
Als deines Landes König?
Ich werde ihnen sagen:
Wartet ein wenig,
Mein Sohn, mein Sohn,
Der sah unseres Hauses Schmach,
Wartet ein wenig,
Der bringt mir als König
Meine Krone nach.
Bogislav v. Selchow
(Ämzbvtcn l ISLl
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