Die völkischen Minderheiten und die deutsch-polnische Politik
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mus stets verheißt, aber nie erfüllt: für eine vertrcmmsvolle Znscmnnenarbeit von Regierung nnd Volksvertretung.
Meine Denkschrift schloß mit den Worten: „Das Wahlrecht der öffentlichen Körperschaften ist der Tod des Parlamentarismus in seiner heutigen Gestalt; vielleicht bringt es die Wiedergeburt der Politik." Statt der Wiedergeburt kam der Zusammenbruch. Er hat die Mächte, gegen die ich damals den Körperschaftsgedanken zu Hilfe rief, zur unumschränkten Macht geführt. Um so mehr müssen wir auf diese Idee unsere Hoffnung setzen. Ich sage „wir"; denn in diesem Gedanken können wir uns zusammenfinden. Sie riefen selbst einen Nothelfer an, der einer der mächtigsten Vorkämpfer des ständischen Prinzips gewesen ist: Sie riefen nach einein neuen Freiherrn vom Stein. Möge der gute Geist unseres Volkes uns einen Mann seines Schlages senden, wenn es reif ist, ihm zu folgen! Mich werden Sie unter seinem Banner finden.
Die völkischen Minderheiten und die deutsch-polnische
- Politik
von Larl Georg Bru'ns
as jetzt hinter uns liegende erste Jahr nach dem Inkrafttreten des Versailler Friedensvertragcs hat gezeigt/ daß der Frieden nirgends, und so auch nicht im verlorenen Osten zu einer Befriedigung führen konnte. Hatten schon die Mittelmächte es nicht verstanden/ für das polnische Problem einleuchtende sachlich gegebene Lösungen aufzuzeigen, so gilt das in gleichem Maße von dem Lösungsversuche der alliierten und assoziierten Mächte. Aber schon der Lösungsversuch ist eine Realität, die Aufgaben stellt. Für deutsche Betrachtungsweise liegt es nahe, als einzige Aufgabe die Vernichtung dieser wie jeder anderen aus dem Friedensvertrage erwachsenen Realität anzusehen. Einer Klärung der deutsch-polnischen Beziehungen kann man mit solcher Einstellung nicht näher kommen. Ob das Polentum den Beweis seiner staatenbildenden Kraft bereits erbracht hat, mag strittig sein. Der polnische Staat ist ein Geschenk aus fremden Händen, aber es bleibt die geschichtliche Leistung des Polentums, nach dem Geschenk die Hände ausgestreckt und es ergriffen zu haben. Und die nationale Kraft des Polentums, die sich durch iVs Jahrhunderte nicht brechen ließ, hat durch den Friedensvertrag einen Aufschwung erlebt, der jeden Versuch zur Lösung des polnischen Problems auf alten Wegen ausschließt. Damit wird der Friedensvertrag der Ausgangspunkt einer neuen Entwicklung der polnischen Frage. Im Kampfe zwischen völkischer und staatlicher Idee hat diesmal