Aus Geheimberichten an den Grafen Hertling
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Schiedsgerichten und durch allgemeine Abrüstung die Zahl der Kriege auf ein Minimum reduziert.
Wir wollen zu den Idealen der Zeit unseres klassischen Idealismus zurückkehren, wo aus der schönsten Blüte unseres Geisteslebens das deutsche Nationalgefühl entstand, mit nationaler Würde aber gleichzeitig die Erkenntnis des Weltbürgertums verbunden war.
Aus Geheimberichten an den Grafen Hertling
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von Franz von Stockhammern, Ministerialdirektor im Reichsfinanzministerium
X. (Schluß)
Luzern, den 16. Mai 1917. Persönlich bin ich auf Grund eines Meinungsaustausches, den ich letzter Tage mit einem der amerikanischen Gesandtschaft Bern nahestehenden Diplomaten hatte, der Anschauung, daß die Entente im Vertrauen auf die Unterstützung Amerikas vorerst den Kampf fortsetzen wird. Man geht in Paris und London von der Voraussetzung aus, daß Deutschland und Österreich-Ungarn auch nach Abschluß eines Waffenstillstandes, ja selbst eines Separatfriedens mit Rußland nichtin der Lage sein werden, ihre Ostfront zu degarnieren, da die Verhältnisse in Rußland zu unsicher seien, um einen im Juni mit der Regierung ^ geschlossenen Waffenstillstand oder Frieden auch von Seite der vielleicht schon im Juli erstehenden Regierung L Anerkennung zu gewährleisten.
Luzern, den 18. Mai 1917.
Ich habe anläßlich der Anwesenheit des Abgeordneten Müller Gelegenheit gehabt, verschiedene der äußeren und äußersten Linken der internationalen Sozialdemokratie nahestehende politische Persönlichkeiten kennen zu lernen- Die Enttäuschung darüber, daß Deutschland sich nicht wenigstens Rußland gegenüber auf den Boden der Scheidemannschen Formel gestellt hat, war unverkennbar. Doch ist der Stand der Dinge in Rußland zur Zeit ein zu chaotischer, als daß selbst in diesen mit russischen Verhältnissen wohlvertrauten Kreisen ein einigermaßen sicheres Urteil darüber bestünde, wie sich Rußland eigentlich verhalten werde. Was mit Sicherheit festzustellen war, ist, daß man jeden Tag mit einer Überraschung nach der einen oder der anderen Seite rechnen kann.
Ich darf in diesem Zusammenhange bemerken, daß die ruhige und abgewogene Art, in der Herr Müller mit politischen Persönlichkeiten der Schweiz verhandelt, auch diesmal wieder manche schwebende Angelegenheit in einem Deutschland günstigen Sinne gefördert und manches Mißverständnis aufgeklärt ^t, das über unsere politischen Absichten im neutralen Ausland zu bestehen