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Ein Artikel mit einem Nachwort
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Gin Artikel mit einem Nachwort

von Fritz Rern

m lv. Juli veröffentlichte ich unter der ÜberschriftSpa als Beginn einer Geschichtsepoche" in derDeutschen, Allgemeinen Zettung" Ausführungen, die ich in etwas erweiterter Form wiedergebe.

Wenn man sich durch Einzelheiten den Blick nicht verwirren läßt, so galt es, in Spa die Entscheidung zwischen zwei Möglichkeiten zu treffen: entweder ein genieinsamer Wiederaufbau Europas nach einem gemein­schaftlichen rationellen Plan, wobei Deutschland das Höchstmaß der mit seiner Freiheit und einem bescheidenen eigenen Wiederaufbau vereinbarten Lasten trüget oder ein möglichstes Schadloshalten der Sieger auf Grund eines zu zerstörenden, zu zertrümmernden und vom Sieger lediglich nach dessen unmittelbarsten Vorteilen unfrei zu verwaltenden Deutschlands.

Die erstere Möglichkeit wurde verfochten von den Deutschen, von der englischen Gruppe um Kehnes, einigen Neutralen und Italienern und vereinzelten wirtschaft­lichen Sachverständigen auch in Frankreich. Den letzteren Plan durfte man ver­muten bei der französischen Regierung und der Mehrheit des französischen Volkes, das sich hinsichtlich Deutschlands von der Politik seiner Marschälle kaum unter­scheidet. Unentschieden konnte die Stellung des maßgebendsten Mannes, Lloyd George, scheinen, wenn es auch bedenklich war, daß den Deutschen vor Spa nicht die leiseste Ermutigung von dieser Seite zuging, daß die abreisende Delegation sich vielmehr im ganzen wie vor den Untersuchungsrichter geladen vorkam.

Die Konferenz von Spa hat nun einige allzu derbe Unausführbarkeiten des Friedensvertrages gemildert, im Interesse mehr der Sieger selbst als des Besiegten. Die monatliche Kohlenmenge wurde von den 3,4 Millionen Tonnen des Friedens­vertrages (und den 2,4 Millionen Tonnen der bisherigen Reduktion des Vertrages) auf zunächst zwei Millionen herabgesetzt. Die Frist für die Entwaffnung wurde um einige Monate verlängert. Andere Zugeständnisse, wie die ziemlich unbestimmte Gewährleistung oberschlesischer Kohlenzufuhren oder die Erhöhung des Kohlen­preises, illusorisch in einem Zeitpunkt, da die Festlegung unserer Kriegsschuld noch TrenMtn lll 1S20 K