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Die Tiroler Frage
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Zur Beurteilung der''russischen Religiosität

gedeutet. Deshalb verlangen die Freunde des großdeutschen Gedankens in Tirol, daß die Neichsregicrung bei ihren Verhandlungen mit Italien, sobald sie gebend ist, die Rückgabe Süd-Tirols als Gegenwert fordere, Italien ist mit dem Raub des Gebietes von Deutsch-Süd-Tirol, den es auf Anraten einzelner Chauvinisten verübte, nicht glücklich und wird froh sein, ihn auf anständige Weise, d. h. gegen entsprechende Kompensationen wieder herauszugeben. Diese Kompensationen darf im großdeutschen Sinne nur das Deutsche Reich geben, niemals aber Frankreich, sonst fehlt dem Reiche die verläßliche, sichere Brücke, die von der deutschen zur italienischen Kultur führt, und feindlicher Einfluß schafft weiter einen Fremdkörper zwischen dem deutschen Volke und dem italienischen und verhindert durch ein neues Osterreich die dauernde friedliche und freundschaftliche Nachbarschaft der beiden Nationen.

Hier handelt es sich um ein Politikum allerersten Ranges, um eine deutsche Kulturfrage und um das diplomatische Geschick. Großdeutschland muß Tirol um­fassen aber Tirols Grenze muß Saturn und darf nicht der Brenner sein. Und daß sich das Reich bemüht, tatsächlich diesen Erfolg gegenüber der italienischen Chauvinistenpartei zu erringen, daß Tirol erkennt und erfährt, wie richtig und klug sein Vertrauen auf des Reiches Hilfe war, daß aber andererseits dem deutschen Volkskörper ein wertvoller und gesunder Teil neu angefügt werde, das ist der Kern­punkt der Tiroler Frage.

Zur Beurteilung der russischen Religiosität

von Hans Heinrich Schaeder ie Betrachtung der russischen Religiosität hat über das objektive, geistcsgeschichtliche Interesse hinaus eine unmittelbare Bedeutung für uns: einerlei, ob wir ihre Inhalte bejahend annehmen können oder verwerfen müssen, da sich in ihren Trägern in nahezu vollkommener Ungcbrochenheit und Unabgelenktheit entfaltet hat, so gestattet sie, ja verpflichteNie andere, den Gewohnheiten und Forderungen des alltäglichen Lebens angeglichene Formen der Frömmigkeit, sich vor ihr zu rechtfertigen, der eigenen Lauheit und Bequemlichkeit angesichts ihres unbeugsamen, eifernden Bemühens um das Eine, das not tut, inne zu werden. Denn was wird in der Gegen­wart bei uns nicht alles als Religion bezeichnet! Da religiöse Sehn­sucht bei vielen Tausenden deutlich ist, so versäumt kaum eine Macht des politischen, sozialen, kulturellen Lebens an die Religiosität derer, die sie an sich ziehen will, zu appellieren. Nirgends so sehr vielleicht wie in der gegenwärtigen