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Deutschlands Hochseeflotte im Weltkrieg : Betrachtungen zum gleichnamigen Werk des Admirals Scheer
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lveltspiegel

Letzte, seine Ehre, hingeworfen. Es gibt nur eine Erklärung für solch jammer­volle Tat. Die Wirkung der britischen Hungerblockade, die tvir durch den Uboot- krieg, wie es möglich gewesen wäre, nicht gebrochen haben, hatte uns schwer ge­troffen. Hiermit ist eine Erklärung, beileibe aber keine Entschuldigung für das Verhalten breiter deutscher Volksmassen gegeben. Wenn wir jemals wieder hoch­kommen wollen, so muß unser ganzes Sinnen darauf gerichtet sein, unseren Platz am Meere wieder zu erobern. Daß unsere Seegeltung nicht mehr besteht, ist der schwerste Verlust, den Deutschland durch den Krieg erlitten hat.

Wer das Buch des Admirals Scheer aus der Hand legt, wird von tiefer Wehmut ergriffen sein. Wir haben in unserer Flotte einen Schatz gehabt, den nur die wenigsten voll zu würdigen wußten. Ob das Geschick uns jemals wieder gestatten wird, auf See eine Macht darzustellen, muß die Zukunft lehren. Mit der Aufgabe unserer Hochseeflotte haben wir die stärksten Stützen unseres An­sehens in der Welt zertrümmert.

Dem Andenken der Flagge schwarz-weiß-rot hat Admiral Scheer sein Buch geweiht. Unser heißester Wunsch muß es bleiben, daß die alte Flagge, die uns auch im Weltkriege viel Ruhm gebracht hat, dereinst wieder zu Ehren komme. Sie war das Symbol, unter dessen Schutz Deutschland groß und stark geworden war. Der vollzogene Flaggenwechsel ist nichts anderes als das äußere Zeichen der Ab­kehr von gesunden, auswärts führenden Bahnen. Möchte unser Volk bald zu ihnen zurückfinden.

Weltspiegel

Italien. Eines Tages treten, um die lange Kette immer neuer Streiks ja nicht abbrechen zu lassen, wegen irgendeiner Maßregelung die römischen Post­beamten in den Ausstand. Aber, vorsichtiger als das letzte Mal, da eine wahllos zusammengeraffte Schar von zum Teil auf die Beträge der Geldbriefe lüsternen bürgerlichen und kleinbürgerlichen Elementen wenigstens den Anschein erweckte, als ob die Post trotz des Ausstandes weiter funktionierte und dadurch dem Ansehen der Streikenden beträchtlich Abbruch tat, blieb man diesmal nicht zu Hause, sondern besetzte das Postgebäude, um durch fleißiges Herumstehen zu verhindern, daß Streikbrecher Dienst taten. Militär wird aufgeboten, das Post­gebäude zu räumen. Geschimpf und Schießerei, etliche Tote und Verwundete. Selbstverständlich wozu leben wir im Zeitalter des Parlamentarismus Interpellation. Da aber die Regierung die Debatte über das Budget des Inneren nicht unterbrechen lassen will und die Vertrauensfrage stellt, die Popolcm, die Katholische Volkspartei, aber nicht zugeben wollen, daß sich die Sozialistcn der Sache des Volkes wärmer annehmen als sie selber, tun sich Popolari und Sozialisten zusammen und stürzen das Kabinett. Peinlichste Lage für den Außen­minister Scialoja, der sich in Pallanza grade, Wilson zum Trotz, mit den <sud- slawen an den Verhandlungstisch setzen will. Verwirrung und Überraschung lm allen Parteien des Parlaments. Nur Nitti bleibt ruhig, heiter und zuversichtlich. Haben die Popolari mich gestürzt, denkt er, so sollen sie mal selber sehen, was