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Das Wahlergebnis von 1920
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Reichswirtschaftsrat und Reichstag

überwinden vermag und durch weitgehende Heranbildung der Arbeiterschaft zur Beteiligung an der wirtschaftlichen Verantwortung der positive Beweis geliefert wird, daß nicht vom Marxismus uud der von ihm bestimmten Arbeiterbewegung, sondern in der Fortbildung der wertvollsten Gedanken des Preußentums uud des alten deutschen Wirtschaftsrechtes die Zukunft der breiten Schichten des Volkes ihre Sicherung hat.

Zunächst jedoch soll die neue Regierung zusehen, daß sie alle staatlichen Machtmittel so schnell und so sest wie irgend möglich in die Hand nimmt. Nichts erwartet man so sehr von ihr, als die endliche Wiederaufrichtung der Autorität des Rechtsstaates. Allen Unbesonnenheiten und allem Terror trete sie darum mit Entschlossenheit entgegen. Die ersten Wochen werden in der Beziehung ent­scheidend sein, sie zeigen allen unruhigen Elementen, was sie von der nenen Regierung zu erwarten haben.

Möchte die Sachlichkeit und Nüchternheit der Neugewählteu jenseits der Schlagworte und der schematischen Parteischablone endlich die Besten und Zu­verlässigsten an die Spitze des Staates bringen. Solche Entsagung würde wie nichts anderes den Rechtsparteien das Vertrauen des Volkes gewinnen. Ver­mittler, nicht Organe des Volkswillens sind die Parteien, wenn sie ihren Sinn im Staatsleben recht verstehen.

9. 6. 20.

Reichswirtschaftsrat und Reichstag

von Max Hildebcrt Boehm

ie Zeitungen verkünden mit Riesenlettern den Ausgang der Wahl­schlacht, tagelang ist das Leserinteresse auf nichts anderes gerichtet. Die neuen Abgeordneten des Deutschen Reichstages sind die unbe­strittenen Helden des Tages. Dies das Bild. Und nun das Gegenbild. An bescheidener Stelle bringen dieselben Zeitungen die fortlausende Liste der Entsendungen in den Reichswirtschaftsrat. Man erinnert sich unwillkürlich, baß auch die Beförderung unserer alten tüchtigen und gewissen­haften Beamtenschaft in unscheinbaren trockenen Listen in der Beilage der Zeitung angezeigt wurde. Der parlamentaristisch zerrüttete Regierungsapparat schafft es heute nicht mehr, die lebendigen Kräfte des arbeitenden Volkes werden zur Sanierung unserer Wirtschaftspolitik aufgerufen. Aber während durch Wahlkampf und Wahlsensation die Leidenschaften demokratisch nivellierter und zerpulverter Urwühlermassen zu ungeheuren Staubwolken aufgewirbelt werden, entsenden die schaffenden Stände auf eine vornehm ruhige Weise ihre Boten in das neue Wirtschaftsparlament. Daß es ungefähr gleichzeitig mit dem neuen Reichstag zusammentritt, daß damit eine neue Unbekannte in die kombinatorischen Gleichungen der politischen Prognose eintritt, wird fast völlig übersehen. Wie mißtrauisch die herrschende Parlamentsregierung dein neuen Akteur auf der politischen Bühne