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Maurice Barrè und die Kriegsgefangenen
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ZVeltspiegel

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wir aus der Gefangenschaft das Wissen von der Uberwindbarkeit aller Hindernisse durch die Treue, die unser Volk und seine gefangenen Söhne sich in Fährden in Nöten gewahrt haben und von der man noch singen und sagen wird, wenn die Weltgeschichte längst über den Vertrag von Versailles zur Tagesordnung übergegangen sein wird. Das find, denke ich, keine revolutionären Fermente, fondern Elemente des Wiederaufbaues. Man wird die begreiflichen und be­rechtigten Wünsche der Kriegsgefangenen, die aus der Anerkennung ihrer sol­datischen Pflichterfüllung und ihres im Dienste des Vaterlandes erlittenen Unglücks auch die materiellen Folgen zum Zwecke ihrer .schnelleren Wiedereingliederung in das heimische Wirtschaftsleben gezogen sehen möchten, sicherlich ohne Kleinlich­keit erfüllen und damit ihre Freude stärken, endlich in geordneten Verhältnissen für ihre Zukunft schaffen zu dürfen. So werden die, die nicht für ihr Volk fielen, für ihr Volk leben. Darüber kann Herr Varrös unbesorgt sein.

Weltspiegel

Die revolutionäre Bewegung in Frankreich. Die im Anschluß an die Maifeier ausgebrochenen Streiks in Frankreich sind keine Lohnstreiks, sondern ausgesprochenermaßen politische, revolutionäre Streiks. Soviel steht fest. Weniger klar ist dagegen das Ziel dieser revolutionären Bewegung. Um dies zu verstehen, muß man sich stets gegenwärtig halten, daß in Frankreich Gewerkschaften und Sozialistenpartei viel stärker von einander getrennt sind als bei uns in Deutsch­land. Und daß die französische sogenannte unifizierte sozialistische Partei nur durch den Zwang der Not zusammengehalten wird, in Wirklichkeit aber viel stärkere Gegensätze aufweist, als bei uns zwischen Mehrheitssozialisten und Un- abhängigen bestehen. Hinzu kommt, daß der Franzose, namentlich soweit er innerhalb der Oppositionsparteien steht, eine Parteidisziplin lange nicht in dem Maße anerkennt wie der Deutsche, ferner daß das natürliche Mißtrauen des Gewerkschaftsarbeiters gegen den parlamentarischen Genossen viel stärker ist als bei uns. Und endlich, daß die sozialistische Partei, die während des Krieges zwar viele Anhänger verloren, seit dem Waffenstillstand aber sehr bedeutend an Anhängern gewonnen hat, sich auf politisch gänzlich ungeschulte und daher leicht den Sirenenliedern der Extremisten verfallende Elemente stützen muß. Es kann daher kaum wundernehmen, daß die augenblickliche Bewegung außerordentlich verschiedene Programme zutage gefördert hat. So hat der allgemeine Arbeits- bund, die ccmieclöratlcm Zönörale ciu 1>avail, abgekürzt C. G. T., gefordert: Bildung eines nationalen Wirtschaftsrates zur Reorganisierung der Produktion, Bildung eines internationalen Konsortiums zur Verteilung der Rohstoffe, Bildung einer internationalen Flotte unter der Kontrolle des Völkerbundes zur Sicherung der gleichmäßigen Verpflegung aller Länder, Reorganisation der Eisen­bahnen, Aufbau der zerstörten Gebiete nach einem einheitlich konzipierten Wirt­schaftsplan, internationale Verteilung der Kriegslasten, wirtschaftliche Ver­ständigung unter allen Mächten auf der Basis genossenschaftlicher Zusammen­arbeit, Einstellung der kolonialen Expeditionen (in Kleinasien und Syrien). Das Programm der Sozialistenpartei dagegen enthält nur fünf Punkte: Volle Amnestie, Ausdehnung des Syndikatsrechtes auf alle Beamten, Friede mit Sowjetrußland, allgemeine Entwaffnung, Sozi'alisierung der Produktions- und Austauschmittel. Der Seine-Verband der Partei hat wiederum ein besonderes