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Reichsspiege!
Dem nie Schönheit die Pokale Mit der Liebe Trunk kredenzt, Dessen Auge von dem Strahle Heiiern Frohsinns nie erglänzt,
Merwärts von kleiner Geister Leeren Satzungen beschwert, Hatte doch dein Herz als Meister Gott verehren dich gelehrt I
Nimmer wirst du sie verstehen Des Propheten Himmelfahrt, Spürtest nie des Geistes Wehen, Der die Himmel offenbart.
Dem des Herzens Triebe schliefen In der Seele Al-QorKn, Tauch, ein Taucher, in die Tiefen, In der Liebe Ozean!
Reichsspiege!
Die Aufgaben der größeren Rechten. Der Instinkt zum Regieren, der jeden Augenblick erfaßt, wenn die Machtmittel des Staates eingesetzt werden müssen, weil sein Bestand bedroht wird, ist, allen demokratischen Prinzipien zum Trotz, angeboren und ist meist das Erzeugnis einer Vererbung von Generationen. So ist der Kapp-Putsch nur möglich gewesen, weil den Regierungsmännern der Instinkt fehlte. Deshalb sollte eine vernünftige Regierung bemüht sein, Persönlichkeiten, welche diese Fähigkeit besitzen, heranzuziehen und sie nicht mit dem Mißtrauen des kleinen Mannes fern halten. Man verfällt so in den umgekehrten Fehler wie im vorigen Jahrhundert, als sich eine reaktionäre Negierung mit der Zeit den Weg zum Verständnis des Volkes verbaute; schließlich, als es zum Weltkriege kam, schieden sich im vierjährigen Ringen um die Existenz die Führer von den Geführten, weil sie grundverschiedene Ziele verfolgten und sich gegenseitig nicht verstanden. Sorge man dafür, daß jetzt nicht eine führerlose Masse in blindem Fanatismus Wege geht, die uns ins Verderben stürzen. Es kommt darauf an, das Vertrauen zwischen Volk und den zum Führen Geborenen und Erzogenen wieder herzustellen, die Voraussetzung des Vertrauens aber ist die Wahrheit. Es an dieser Aufrichtigkeit bei wichtigen Entscheidungen aber fehlen zu lassen, ist wohl der schwerste Vorwurf, den man der Koalitionsregierung machen muß. Ein Beispiel: bei der Abstimmung über Neichsnotopfer und Betriebsrätegesetz enthielt sich ein großer Teil der Demokraten der Stimme, offenbar, weil er die Gesetze nicht billigte, aber nicht dagegen zu stimmen wagte. Ferner: als jüngst der Reichsfinanzminister Dr. Wirth die haarsträubende Finanzlage des Reiches dem Ausschuß auseinandersetzte, meinte der mehrheitssozialistische Redner, dann müsse eben der Besitz noch mehr herangezogen werden. Daß die Deckung des Defizits aus dem Besitz nicht mehr herauszuholen ist, wußte er natürlich, aber das Schlagwort sollte im Hinblick auf die Wahlen seine Wirkung bei den Massen tun. Hier wäre eine Gelegenheit gewesen, dem Volke zu sagen, daß weitere Lohnerhöhungen ohne Arbeitssteigerung zur Katastrophe führen müssen und daß äußerste Sparsamkeit das dringende Gebot der Stunde ist, daß nicht