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Wie es wirklich um uns steht
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Stimmungswechsel in Italien

Führerpersönlichkeit, die das Vertrauen des Volkes genießt? Wann kommt endlich der Tag. an dem nicht mehr Mißtrauen. Willkür und Knebelung durch eine Klasse das ganze Volksleben zur Erstarrung bringen, sondern freudige und vertrauensvolleZusammenarbeit aller zumHeile desGanzen uns wieder beseelen wird?

Wir stehen heute vor den Wahlen. Eine ungeheure Verantwortung ruht auf jedem Wähler. Es handelt sich um Sein oder Nichtsein unseres Volkes, unseres Landes. Möchte sich das jeder sagen in jener Schicksalsstnnde! Möchte jeder deutsche Mann und jede deutsche Frau den Ausweg aus den Nebelschwaden von Parteiphrasen und Klassenvorurteilen, den Mut zum inneren Eingeständnis dessen finden, wie furchtbar es wirklich um uns steht.

Stimmungswechsel in Italien

von Valmo Larnevali

Die folgenden interessanten Ausführungen zeigen, wie sich in Italien nach der Ernüchterung ein Stimmungsumschwung vollzogen hat, dem selbst die früher streng ententefrcundlichen Richtungen sich nicht entziehen können. Der Verfasser des Ar­tikels ist ein bekannter römischer Politischer Schriftsteller. >ie Welt erscheint uns jetzt als ein Trust, in dem England und Amerika die Meere beherrschen, die eine Hälfte der bewohnten Länder besitzen und die andere Hälfte kontrollieren. Von jetzt ab gelten nur noch Macht und Reichtum. Italien hat das Protokoll ! dieses riesenhaften Naubzuges unterschrieben, obwohl man ihm nicht einmal die Brosamen gönnt, die von der Fssttafel abfallen, und hat so einer Lebensanschauung beigestimmt, welche seinem Geist und seiner sonstigen Ver­anlagung widerspricht und sie verrät. Italien, das man immer die Proletarier­nation nannte, hat nichts mit dieser Galeerenstrafe zu tun. Es fehlen ihm Minen, Kohlen, Silber, Schiffe, der leidenschaftliche Geschäftseiser, alles das. was für den heutigen Sieger den Reichtum und die Kraft seines Landes ausmacht. Die Italiener aller Klassen und aller Parteien fühlen sich angewidert, wenn sie die Folgen der diplomatischen und finanziellen Machenschaften sehen, die die Zeitungen Pariser Konferenz" nennen. Jedermann ist bei uns unzufrieden. Das arme aufgeopferte Italien rebelliert gegen die Ungerechtigkeiten des blinden Ratio- nalismus und des unwürdigen Merkantilismus. Es ist in den Augen der heutigen Herren der arme Verwandte, den man ruft, wenn man ihn nötig hat, und den man gern aus dem Festsaal wieder hinausstößt, da er nicht genug reich ist, um mit so hohen Persönlichkeiten zu verkehren. Italien hätte gleich in den eisten Tagen den Konferenzsaal verlassen müssen und hätte nicht dahin zurückkehren sollen. Es hat nichts bei solchen reichen und ehrgeizigen Freunden zu gewinnen, welche in ihm nur einen lästigen Bettler sehen. Es hat auch nichts zu gewinnen, wenn es ein politisches System annimmt, das den Triumph des Geldes feiert.