Reichsspiegel
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des Kohlen- oder Kali- oder des gesamten Bergbaus nach geographischen Zusammentritten sich vereinigen in der beispielsweisen Obergruppe: Bergbau.
Setzen sich diese Zusammentritte von Industriezweig zu Industriezweig fort, so ist dasjenige Nätesystem geschaffen, an dessen Sachkunde die gesetzgeberische Arbeit Grundlage und Initiative gleichermaßen findet.
Ohne diese gesamthändlerische, sachverständige arbeitsgemeinschaftliche Anordnung der wirtschaftenden, mit dem Rechte der Selbstverwaltung auszustattenden Berufsstände in das Staatsgefüge: ohne solchen „Korporativismus" werden sich die schweren Nöte der heutigen Wirtschaft des Reiches, die wir aufzuzeigen versuchten, nicht mehr beheben lassen.
Reichsspiegel
Der Aufmarsch der Linksparteien. In Deutschland bestehen seit der vorigen Woche glücklich fünf sozialistische Parteien, und zwar ist es die Spaltung der Kommunistischen Partei, welche die neueste Farbenspielart in das rote Bukett gebracht hat.
Es ist zweifellos, daß die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (S. P. D.) und die Unabhängige sozialdemokratische Partei Deutschlands (U. S. P. D.) ein bestimmtes Wahlabkommen getroffen haben. Die Arbeitsteilung zwischen den beiden Parteien ist sehr bemerkenswert. Die „Freiheit", das Organ der in Opposition zur Regierung stehenden Partei hat eine gemäßigte Tonart angenommen, während der „Vorwärts" als Regierungsorgan eine vollkommen opponierende Stellung gewissermaßen gegen sich selbst einnimmt. Der Grund für dieses Zusammcnspiel — dem in der bürgerlichen Presse keine ähnliche geschickte Organisation gegcnübersteht — liegt auf der Hand. Die Unabhängigen wünschen sich regierungsfähig zu machen. Ihre Führer, die sich bereit halten, um selbst den Staat mit in die Hand zu nehmen, wollen sich nicht zu sehr auf, Dinge festlegen, durch die sie sich selbst Schwierigkeiten schaffen,, oder die ihnen später ein allzu schroffes Abrücken von ihrer vorministeriellen Überzeugung aufnötigen würden. Der „Vorwärts" andererseits wirbt nm die Gunst der Regierten und glaubt dies immer noch durch ein Bekämpfen der Negierungsmaßnahmen, nicht durch eine Erziehung der Massen für den Autoritätsgedanken bewirken zu können. Die Mehrheitssozialistische Partei hat ja auch allen Grmid. die Konkurrenz der drei weiter links stehenden sozialistischen Parteien zu fürchten, solange das augenblickliche Wahlrecht besteht, das den auch in den Massen lebendigen Ordnungssinn mit den Stimmzetteln der Unreifen zuschüttet.
Die Vermutungen über den Ausfall der kommenden Neuwahlen beherrschen ganzen Parteinberlegungen. Nachdem das Zentrum als erste Partei mit seinem Wahlaufruf den Takt angegeben hat, folgte die S. P. D. als zweite Partei wit ihrem ziemlich farblos gehaltenen Wahlaufruf. Da aller Wahrscheinlichkeit
»nach die Tragfähigkeit der jetzigen Regierungskoalition bei den Wahlen durch Abgaben nach rechts und links geschmälert wird und da die vor dem Kapp-Putsch vielfach erwogene Verbreiterung der .Koalitionsbasis nach rechts zurzeit wenig
.^u Frage kommt, so sehen sich Mehrheits-Sozialdemokraten und Unabhängige auf ^ue gemeinsame Grundlinie gedrängt, nm eine regierungsfähige Mehrheit der nnken zu schaffen.
. Nun war aber die Unabhängige Sozialdemokratie schon selbst immer gehalten. Der Führer des rechten Flügels ist Hilferding, Schriftleiter der „Freiheit", oer Führer des linken Flügels Däumig. In der U. S. P. D. sind die Führer