Zur „Rammer der Arbeit"
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Zur „Aammer der Arbeit"
von Dr. A. Ringleb-Berlin
den deutschen Grenzen steht, wirtschaftlich und militaristisch kämpfend, der russische Bolschewismus. Die Baltischen Staaten verbrüdern sich den Sowjets, Litauen verkommt im Schieberelend und hat längst aufgehört, ein „Pufferstaat gegen die Bolsche- ^! wisierung Europas" zu sein. Innerhalb des Reiches Marken, in seinem innersten Mark aber schwelt die verzehrende, den Staatsbau unterhöhlende Glut eines unterirdischen Feuers: Selbstvernichtender Sozialismus, der vergaß, daß seine erste Aufgabe und sein Grundprinzip ist: Hinaussireben aus der Parteioder klassenegoistischen Vereinzelung. Man beschuldige nicht die Arbeitermassen, die der Sozialismus als erste angeht. Nicht ihre Schuld.ist diese Unterlassung. Die deutschen Gebildeten, die satten Nachdenklichen und die Denker im Mangel haben sich — im Banne des zeitgenössischen russischen Schrifttums — einem Jdealanarchismus ergeben, der sie vergessen ließ, daß des Mannes Aufgabe Gesellschafts- und Staaienbildung ist, Führerauslese zum Dienste am Ganzen.
Die Neuzeit hatte die Gesellschaft in stetem Fortschritt in den Vordergrund gestellt; trug vor ihr nur eine verschwindende Minderheit die Kultur, um sie gleichzeitig in vollem Sinne zu besitzen, so durfte das Jahrhundert der tausendfältig nach Raum und Zeit gesteigerten Beziehungen zwischen den Völkern, die eine stolz ins überirdische greifende Technik gewähren und leisten konnte, keinen Nückfall in einen selbstbetrachtenden, selbstgefälligen, abbauenden Individualismus dulden.
Sie dürfte das bei ihren Verantwortlichen und Gebildeten um so weniger, als den Massen das Schicksal, nur Objekt wohlwollender Fürsorge einzelner zu sein, genommen schien. Sie durfte es nicht, weil sie jene Massen zu selbständiger Mitwirkung, zur Entscheidung über Gehalt und Richtung des Lebens berufen hatte.
Unsere Zeit hatte die Bedeutung der wirtschaftlichen Zustände, angesichts des Entwicklungsgedankens und der Milieutheorie, als fast den wichtigsten Faktor der neuen Rechnung von Hegel und Marx ihren Menschen vorgesetzt. Als es galt, den stolzen Bau stolzester Gedauken zu erproben, als ein Krieg und tausend andere Gewalten zerstörend, vernichtend und zersetzend gewirkt hatten und nur 'nehr die Grundmauern standen, glaubten jene Dekadenten mit dem billigen ^orte vom Pazifismus genug zu tun und gründeten „neue Vaterländer", erdachten Freiheit und dekretierten Gleichheit. Wo ist doch wohl ein Hausbau begonnen worden am Giebel? Die sozialökonomische Gliederung von Gesellschaft und Wirtschaft droht der Auflösung anheimzufallen. Von dort ans ersteht und ^ckt sich riesengroß die Gefahr einer zweiten, der blutigen Umwälzung eines Staates, der kaum mehr als solcher erkennbar ist, weil ein Teil seiner produk- x?" Kmfte seine normalen Arbeitsbahnen verließ — die Blutbahnen des Wirt- ichaftskörpers — und die absterbenden Teile ärgstem und schamlosestem Parasiten- »um ausgeliefert hat.
Wirtschaftliche Erziehung und Aufklärung tut not I
Staat ist nicht ohne Wirtschaft. Löst sich das Staatsgefüge, so erlahmt und erliegt seine Wirtschaft und es sterben ab die produktiven Kräfte. Fehlen