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Deutschland und der Orient
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Die Proletarisierung der geistigen Arbeit

alleiniges Angclsachsentum. Da kam der deutsche Zusammenbruch, und yu't der Verachtung, die sich bei einem so stolzen, treu national gesinnten Volk wie dem japanischen widerspiegelte gegen unsere Revolutionshelden, unser demokratisches Gewimmer, unser Katzenbuckeln vor Herrn Wilsons Richterspruch, vermischte sich die Furcht vor der Zukunft, vor den eigenen Freunden.

Es war ein kurzer Augenblick der Bestürzung. Bald schien sich die Über­zeugung immer mehr Bahn zu brechen: Deutschland wird und muß sich erholen. Wir wollen ihm auf die Beine zu helfen suchen, wie und wo es geht. Und dann »vollen wir weiter sehen.

Die Proletarisierung der geistigen Arbeit

von Dr. Bruno Rauecker, Archivar im bayr. Ministerium für Soziale Fürsorge

!. Die Entlohnung

eispicle sind lehrreich. Erstes Beispiel: Ein außerordentlicher Hochschulprofessor, sofern er nicht als Mediziner cmS seiner Privatpraxis, als Jurist aus gutachtlicher Tätigkeit, als Chemiker und Physiker als Patentsachverständiger erhöhte Bezüge empfängt, fristet in Prenßen wie in Bayern aus etwa 10 000 Mark jährlichen Einnahmen sein Leben. Hierin sind das Gehalt, die Kolleggelder, die Teuerungszulage einbegriffen. Diese Einnahmen entsprechen den Lohn­bezügen eines Obermonteurs in einem leidlich entwickelten Unternehmen der Elektrizitätsindustrie. Der Prokurist, geschweige der Direktor dieses Unter­nehmens, dessen Entwicklung auf Gedeih und Verderb den Forschungen der Wissenschaft überantwortet war uud ist, würde sich mit 10 000 Mark in jetziger Zeit niemals zufrieden geben. Die Prioatdozenten (von den Ordinarien wird ihrer zahlenmäßigen Minderbedeutung wegen nicht gesprochen) beziehen an Kolleggeldern vielleicht die fabelhafte Summe von L00 Mark im Jahr, wenn sie zugkräftige Vorlesungen halten, zumeist weit weniger, gelegentlich auch nichts. Sie sind der Sauerteig der Universitäten. Sie haben zu forschen um der Forschung willen, die ökonomische Basis ihres Lebens wird als kräftig und tragfähig genug vorausgesetzt. Die Glücklichen unter ihnen verdienen als Assistenten in sieben- bis achtstündiger Tätigkeit die Norm von 1500 Mark, durch Teuerungszulagen je nach der Kopfzahl der Familie das einhalbfache bis doppelte. (Ein Vor­schlag zur Erhöhung der Bezüge dieser Ärmsten wurde von den Demokraten im bayerischen Landtag nicht vor dem Oktober 1919 s!j eingebracht.) Das Durch­schnittsalter der Habilitation ist 28 bis 30 Jahre, die Dauer der Privatdozenten­zeit 8 bis 10 Jahre. Voran geht eine Studien- und Vorbereitungssrist etwa vom 19. bis 29. Lebensjahr, von einem Jahrzehnt, in welchem der Durchschnitts­arbeiter das Normale seines Lohnbezugs, der Anwärter auf den Lehrstuhl zumeist nichts verdient!