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Das angeblich elsässische Jubelfest : eine elsässische Stimme aus dem Jahre 1848
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Das Rriegsjahr ^9^? in Rußland und seine Folgen

Städte zur Veranstaltung von Feiern gelegentlich der zweihundertjährigen Wieder­kehr des Tages von Münster und Osnabrück, durch die bewiesen werden sollte, daß politische Sympathien mehr als Sprache und Abstammung vermögen". Straßburg war natürlich an jenem 24. Oktober der Mittelpunkt der Festesfreude, dem sich das damals wie heute zum Festefeiern stets bereite Volk das Elsasses im allgemeinen willig hingab.

Ludwig Schneegans aber schrieb sich in jenen Tagen in diesem Briefe an dieDeutsche Zeitung" den ganzen Jammer, der ihn über die Verfremdung seiner Heimat erfüllte, von der Seele. Es ist eine ergreifende Klage; heute, wo die Franzosen mit leidenschaftlichem Nachdruck das 1870 unterbrochene Werk der Rommnsterung wieder aufgenommen haben, zeitgemäßer denn je.

So ertöne denn die Stimme dieses Elsässers auch heute wieder, die Heimat­genossen zu mahnen, der Verfremdung wacker zu begegnen, den Deutschen aber zu zeigen, wie selbst in jenen Tagen, wo das Schicksal des e'.sässischsn Alemannen- tums besiegelt schien, dort tapfere Männer standhaft den geistigen Zusammenhang mit dem germanischen Kulturkreis pflegten. Lr. Aoeniz

Das Ariegsjahr in Rußland und seine Folgen

von Major G. Frantz

as Jahr 1919 hat keineswegs den von der ganzen zivilisierten Welt erwarteten Zusammenbruch der russischen Sowjetrepublik gebracht. Es hatte nicht an Stimmen gefehlt, die immer wieder das wirtschaftliche Ende des bolschewistischen Staates in nahe Aus­sicht stellten, und zeitweilig war auch die Hoffnung auf eine baldige militärische Katastrophe berechtigt. Beide Erwartungen sind nicht ein­getroffen.

Die Hoffnung, die Sowjetregierung von außen mit Gewalt zu stürzen, können wir wohl nunmehr endgültig begraben, nachdem zwei der Äegner, Judenitsch und Koltschak, nicht nur geschlagen und weit zurückgedrückt, sondern wohl fast völlig aufgerieben und selbst nach Reorganisation auch mit fremder Hilfe zu keinem weiteren Widerstande mehr fähig sind. Nur von der dritten Kampfgruppe bestehen noch Trümmer, die ohne jede Offensivkraft nur um die eigne Existenz kämpfen.

Nach zwei mißlungenen Offensiven auf Petersburg, die ohne genügende Vorbereitung, mit jammervoller Ausrüstung, ohne Zusammenhang mit den großen Operationen aus Sibirien und in Südrußland und ohne Unterstützung der zunächst interessierten Baltenländer dicht am Ziele vor den Toren Petersburgs scheitern mußten, hat nunmehr die Nordwestarmee aufgehört zu existieren. Ihr Führer, General Judenitsch, ist, anscheinend dank der Vermittlung der Franzosen, mit knapper Not der Verhaftung und Auslieferung an die Bolschewiken entgangen.