Beitrag 
Internationale und interalliierte Wissenschaft?
Seite
211
Einzelbild herunterladen
 

Drinnen und draußen

211

deutschen wissenschaftlichen und technischen Arbeiten im Auslande der durch frühere internationale Abkommen zugebilligte Schutz wieder zuteil wird.

Wenn dann weiter die wirtschaftlichen Verhältnisse den deutschen wissen­schaftlichen Kräften noch die Möglichkeit zu leben und sich zu betätigen gewähren, brauchen wir nicht zu fürchten, dasz deutsche Arbeit verdrängt werden könnte. Erst dann wird auch die Aufgabe der ständigen Räte, das neue internationale Organisationsschema mit arbeitschaffendem Geiste zu erfüllen, lösbar sein. Ware« doch auch die bisherigen lediglich vorbereitenden Arbeiten in England und in Amerika erst durch Mithilfe einer Reihe von in Deutschland geborenen wissen­schaftlichen Kräften durchführbar. Es war eben nicht möglich, auf die Klein­arbeit und daS Organisationstalent der Deutschen zu verzichten, die in Amerika »och während des Krieges ohne Scheu für solche Kriegsarbeiten, die eine be­sondere Organisationsfähigkeit erforderten, herangezogen wurden.

Der Ausschluß der Deutschen wird sich nicht aufrecht erhalten lassen. Mehren sich doch auch bei den feindlichen Gelehrten die Stimmen, die das ein­sehen und die eine Zerlegung der Wissenschaft in eine deutsche und eine pseudo^ internationale für ein Unding halten. Schon hört man, daß wieder normale Beziehungen zur deutschen Wissenschaft und Technik angeknüpft werden müssen, deren Leistungen, ob groß oder klein, während deS Krieges dank der Hingebung der Führer und Mitarbeiter der Wissenschaft auch unsern Feinden imponiert haben. Man liest es heraus aus den warmempfundenen Nachrufen, die man dem Meister der Forschungen, dem Chemiker Emil Fischer, gewidmet hat.

Drinnen und draußen

Deschanel und Elsaß-Lothringen. Ein Alteisässer schreibt uns aus Straßburg: Die Straßburger ZeitungI^ Köpu- KIlc>uL" gibt in ihrer Nummer 13 von, 18. Januar 1820 einen Artikel wieder, den der neue Präsident der französischen Republik Paul Deschanel in der ersten Nummer der Zeitschrift ,.1.es msrekesäe I'IZst" über Elsaß- Lothringen veröffentlicht hat. In diesem Artikel gibt Deschanel zunächst der durchaus begreiflichen Freude Frankreichs über die Wiedergewinnung Elsaß-Lothringens Aus­druck und schreibt im Anschluß hieran über die Stimmung in Elsaß-Lothringen:In unseren zwei lieben Provinzen hat es nie einen Schimmer von Unruhe über den Aus- Nang des Krieges gegeben. Die Elsässer kannten Deutschland in: Grunde ihres Her­aus und sie erkannten, daß wir trium­

phieren würden, wenn wir in der hartnäckige» Fortsetzung des Kampfes nicht erlahmten. Und diese Märtyrer waren es, welche unZ zuriefenGeduld". Sie wiederfindend rufen wir zunächstTausend Dank!"

Diese Bemerkung Deschanel«, als ob die Elsaß-Lothringer während des ganzen Kriege» mit einem unerschütterlichen Glauben auf den Sieg Frankreichs gehofft hätten, entspricht nicht den Tatsachen. Es war uns Elsaß- Lothringern in den letzten Jahren vor dem Kriege sehr gut gegangen. Unser Wirt­schaftsleben blühte. Stadt und Land hatten in jeder Hinsicht einen mächtigen Aufschwung genommen, nnd so hatte» wir keine Ver­anlassung, eine Veränderung der Dingo zu wünschen. Der Krieg lastete schwer auf unserem Volke, Unsere Söhne und Brüder waren draußen im Felde, und in der eigenen