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Die Pariser politische Hochschule und Frankreichs Wiederaufstieg nach 1871
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wirtschaftlicher Grenzschutz West

Gegenstand vielseitiger und c>ft eindringlicher vergleichender Behandlung geworden. Wir haben dem nichts ebenbürtiges zur Seite zu stellen und infolgedessen ist die erzieherische Wirkung, die von derLeole" auf das zur Führung des Weltkriegs berufene Geschlecht in Frankreich ausging, für uns völlig entfallen. Ein gut Teil der Schuld daran, daß die Bismcircksche Synthese Preußens und Deutschlands nicht Fleisch und Blut wurde und uns und Europa nicht das leistete, was sie in ihren Anfängen versprach, ist hier zu suchen.

Voutiny hat sich seinem Werke bis zum Jahre 1910, bis an die Schwelle des Todes gewidmet. Gleich anfangs stellten sich ihm Männer von schon reifem Ruhme wie Janet für die Philosophie vom Staate und Levasseur als Meister der Sozial- und Wirtschaftsgeschichte zur Seite. Jüngere begründeten in der Mit­arbeit mit ihnen den Ruf, den sie heute genießen, Historiker wie Albert Corel und Vcmdcil, Nationalökonomen wie die beiden Leroy-Becrulieu, ein Journalist wie Tardieu. Boutiny selbst war Völkerpsychologe. Deschanel, Krantz, Denys, Cochin, Cochcry und wieviele andere, die den französischen Kammern und den französischen Blättern im Zeitalter der Staatsform der Unzulänglichkeit, der west­lerischen Demokratie, wenigstens einen Anflug von Geist und Sachkenntnis be­wahrten, haben als Schüler auf den Bänken derLeole" gesessen. Auch die französische Diplomatie hat ihre Reihen gern aus den von derLeole" Diplo­mierten aufgefüllt. In den Jahren vor dem Kriege bewegte sich die Hörerzahl stets um die 600 herum. Das will für die einheitliche Lenkung der Geister im politischen Leben eines Gegenwartsvolkes gewiß etwas heißen.

Nicht anders als mit schmerzlicher Bewegung mögen wir Deutsche bei einer Rückschau auf die letzten fünfzig Jahre beobachten, wie die Franzosen nach Sedcm und nach den Schrecken der Kommune die Lichtstrahlen, die uns in den Tagen unserer Niederlage IM aufgeleuchtet waren, wiedcrspiegelten und ableiteten. Sie konnten es doch wohl nur, weil unsere Geisteswissenschaften die unlösliche Be­ziehung zum Staate, die jede große Nation heute von ihrer Wissenschaft fordern muß, und die feste Verankerung im Mutterboden des heimischen Volkstums in der Zeit von 1809 bis 1870 nicht gefunden hatten. Die Franzosen verschafften ihren Geisteswissenschaften das eine wie das andere. Den Lohn haben sie in den Jahren 1914 bis 1918 in der Zuversicht geerntet, mit der ihr ganzes Volk im Wider­stande gegen uns bcharrte.

Uns ist nunmehr die Aufgabe gestellt, nicht nur auf die Richtlinien von 1809 zurückzugehen, sondern sie auch an Hand der französischen Leistung des letzten halben Jahrhunderts zu berichtigen und wiederum über diese hinaus vor­zudringen. So groß die französische Leistung war, auch sie hat ihren Mangel. Sie vermochte den französischen Geist schließlich doch nicht gegen seine Ver- schreibung an die Nevancheidee zu feien, und so besteht die Gefahr, daß alle die von ihr entbundene idealistische Kraft der Kriegsjahre zugunsten Englands und der Vereinigten Staaten vertan und vergeudet ist. Wenn wir jetzt wieder t>ie Hand ans Werk legen, so heißt es die idealistische Kraft, die wir in der Seele unseres Volkes zu entfesseln hoffen, in wahrhafte Bewegung vorwärts umzusetzen I

Wirtschaftlicher Grenzschutz West

von Dr. A. RinHleb, Zweckverband Gst

er Grenzschutz Ost ist abgebaut. Als ich in Nr. 7/8 1919, Seite 97 dieser Zeitschrist den deutschen Westen zur geistigen Unterstützung des Grenzschutzes Ost aufrief, habe ich bereits auf wirtschaftliche Zusammenhänge, Interessen und Abhängigkeiten verwiesen, die damals ein geschlossenes Handeln Deutschlands für die neue militärische Ostsicherung geboten. Nicht alles wurde erreicht, was man damals noch hosftn durste. Der Grenzschutz Ost ist abgebaut. Immerhin hat dieser letzte Machtsaktor Preußens seine Schuldigkeit getan.