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Mitteilungen der Deutschen Volksräte Posens und Westpreußens, Nr. 24
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337
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Mitteilungen

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Nr. 24

Verantwortlich: Carl Georg Bruns Schriftleitung: Bromberg, Weltzienplatz 1»>

Fernruf Nr. 321

3. Sept. 1913

Inhalt: Materialien zur ostdeutschen Frage: Volksrat und Partei Polnische Presse Kleine Mitteilungen.

- Pressestimmen:

Materialien zur ostdeutschen Frage

Volksrat und Partei.

Als im November v. I. in der Ostmark die Volksratsbewegung einsetzte, um in überraschend kurzer Zeit zu großer innerer und äußerer Stärke zu erwachen, da handelte es sich darum, das Deutschtum für die bevorstehende Aus­einandersetzung mit dem Polentum einheitlich zusammenzufassen. Es mußte gelingen, und in der Volksratsbewegung ist es gelungen, unter Beiseiteschiebung aller beruflichen und parteilichen Sonderinteressen eine einheitliche deutsche Organisation ins Leben zu rufen. Von politischen Idealisten ist es im deutschen Reiche unter der ParoleDas Vaterland über die Parteien" oft versucht worden, einen parteilosen Zusammenschluß des deutschen Volkstums zum Wohle des Volks­ganzen zu finden. Diese Versuche mutzten an den harten Tatsachen des politischen und wirtschaftlichen Lebens scheitern, und eS war auch kein Schade, daß sie scheiterten, solange die Einheit des deutschen Staatswesens die Grundlage war, auf der auch die Parteien aufbauten. Ein reges politisches Leben braucht gruppenmäßige Zusammenfassungen, um besondere Auffassungen verfechten zu können, und damit ist die Notwendigkeit der Parteibildung gegeben. Ließen sich im deutschen Reiche, abgesehen von der Reichseinheit, Gesichtspunkte zu gemein­samer Gruppenbildung nicht .finden, so lagen doch die Verhältnisse in der Ostmark in dieser Hinsicht anders und das um so mehr, als nach dem Zusammenbruch der deutschen Macht die kommende Auseinandersetzung mit dem Polentum sichtbar war. Erhaltung und Pflege des Deutschtums gegenüber dem Polentum war jetzt eine so starke Forderung, daß es möglich war, unter diesem Gesichtspunkt eine Organisation zu schaffen, die von allen Parteigegensätzen absehen durfte.

Aber das Deutschtum in der Ostmark blieb zunächst ein Glied des deutschen Reichs und solange die Notwendigkeit bestand, innerhalb des Reichsganzen zu wirken, blieb auch für den einzelnen Ostmarkdeutschen die Notwendigkeit bestehen, sich den politischen Gruppierungen des Reiches anzuschließen. Es wäre damals ein verhängnisvoller Fehler gewesen, zu glauben, mit der Volksratsbewegung das Parteileben selbst überflüssig machen zu können. Gewiß stand es zu hoffen, daß durch die gemeinsame Arbeit, die die Ostmarkdeutschen zum Schutze ihres Deutschtums in den Volksräten unbeschadet ihrer Parteizugehörigkeit leisteten, die Parteigegensätze zunächst im Osten an Schärfe verlieren würden, und daß dieser Gesundungsprozesz sodann auch heilsam auf die Verhältnisse im übrigen Reiche einwirken würde.

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