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Drei neue Bücher persönlicher Erinnerungen
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Maßgebliches und Unmaßgebliches

namentlich auch hinsichtlich Wilhelms II. Hierauf aber möchte ich nicht näher eingehen.

Wirklich wurden die Menschen unter seinem guten Blicke besser", sagt Heilborn von Nodenberg. Es ist mindestens etwas "Wahres daran. Warum ab?r nicht auch unter seinen Dichtungen? Sie verdienen wahrlich neben denen anderer Stimmungspoeten nnd Lebensrealisten wie Storm, Seidel, Fontane weiter ?,u blühen.

Und auch unter diesem Gesichtspunkt dürfen wir ebenfalls auf Bartels und Altenberg, auf jeden in seiner Weise, zurückschauen: alle drei Erinnerungsbücher können den Leser nicht schlechter machen, als er ist, wohl aber besser. In einer Zeit niedergehender Charakterentwicklung will das viel sagen.

lvaldemar Gehlke

Maßgebliches und Unmaßgebliches

Entcntcdiplomatie nnd Bnndesstaaten.

Unser Münchener Mitarbeiter berichtet nnter dem 23. Dezember 1919: Die Entente be­absichtigt, in Ausübung der betreffenden Be­stimmungen der Einleitungsnots zum Friedensvertrag in München, Stuttgart und Dresden, diplomatische Vertretungen zu be­glaubigen. Vorerst interessiert sich hierfür am ausgesprochensten Frankreich, das für München Herrn Clinchant in Aussicht zu nehmen scheint. Clinchant ist in den Kreisen der früheren bayrischen Hofgesellschaft aus der Zeit seiner Dienstleistung als Sekretär der französischen Gesandtschaft in München bekannt. Er trug schon damals eine be­sondere Sympathie für alles Bayrische zur Schau, und wird nicht ermangeln, an die von ihm früher gesponnenen Fäden anzu­knüpfen. Während des Krieges wurde Clinchant als Botschaftsrat bei der französi­schen Votschaft in Bern zur Leitung der französischen Gegenspionage verwendet.

Die Lage der in Frage kommenden deutschen Länder wird keine einfache sein, besonders da die NeichSverfcissung ihnen jed­wede diplomatische Beziehung mit dem Aus­land untersagt. Wie wir hören, schweben zurzeit Verhandlungen mit Berlin, welche die Haltung der Läuder gegenüber etwaigen Ententediplomaten klären sollen. Hoffentlich geschieht dies im Sinne absoluter Reichs­treue, wenn man sich auch nicht der Be­fürchtung verschließen kann, daß die Abfall- bestrebungen in Süddeutschland Rückhalt finden sollen an einer französischen Diplo­matie, welche auf die Methoden Richelieus

und Napoleons zurückgreift. Wie in Oste^ reich-Nngnrn, ist auch hier das reaktionäre Bestreben der Entente bemerkbar, aus Ver­legenheit an schöpferischen Zielen auf ver­altete politische Formen EnroPaS zurück­zugreifen, die Frankreich im Sinne der Mainlinie und des Nastatter Kongresses Sicherheit vor eingebildeten Gefahren ge­währen sollen.

Der Weg aufwärts I Nhren wogende Felder, kraftstrotzende Viehherden, üppig sprießende Wiesen und Weiden, von dampfenden Pferden gezogene, schwer ve- ladene Lastwagen, unaufhörlich rollende, hastende Eisenbahnzüge, rauchende Fabrik- schlnte, reich beladene Kähne, stolz dahin- fahrende Frachtdampfer, emsige Bautätigkeit, Treiben auf allen Straßen lnrz, schassen­des Leben überall! Wem schwebt diese) Traumgebilde des einstmals so herrlichen und starken Deutscheu Reiches nicht vor Augen? Alles vorbei? Bangen Herzens sagt man sich, so wird es niemals wieder Werden.

Und doch wäre es möglich!

Ein Weg ein einziger Weg freilich' führt dahin, der, wenn er beschritten Wird, Wohl den größten Teil all' dessen wieder­bringen würde, was heute als kaum aus- denkbar angesehen wird. War der Masse unseres Volles aber der Weg Ves Leidens während der 4^ Kriegsjahre schon zu weit, zu beschwerlich und scheinbar nicht zum Ziele führend, so ist es allerdings fraglich, ob der nun um ein mehrfaches längere, schwerere