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Ein Brief aus Böhmen
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Die kveltwerbearbeit Frankreichs

böhmen" kennen sie nicht. Herr Menenius mag daher gestatten, daß ich dem­gegenüber die Gelegenheit benutze, unter voller Anerkennung seiner Bemühungen, die Zustände in der Tschecho-Slowakei wahrheitsgetreu zu zeichnen, seinen Erklärungen und Reflexionen die Auffassung meines Heimatlandes Deutschböhmen gegenüberstelle.

Ich bitte Sie, diese Zeilen aufzunehmen, im Interesse des weitaus größten deutschen LcmdeLtcils, dem sein Seldstbestimmungsrecht, noch viel einleuchtender und sicherer als den Gebieten von Bromberg, Memel oder Flensburg geraubt wurde, und im Interesse der allseitigen Information Ihres Publikums.

Mit dem Aufdruck vorzüglicher Hochachtung

ergebenst

Dezember 1919 Peter Ritschel

Die Weltwerbearbeit Frankreichs

von Käthe Miethe

s gibt eine Höflichkeit und Liebenswürdigkeit, die von so un- beirrter Sicherheit getrogen «wird, daß sie sich in ihrer Form ge­nügt, und diese ist Frankreich zu eigen. Die französische Propa­ganda im Ausland wird mit einer SeWstverstänÄichkeit durch­geführt, die weitgehendste Anmaßung -und ' Selbstüberschätzung möglich möcht. Dem Ausland ist fast durchgehend das Organ für derartige Übergriffe verloren gegangen, einmal durch die Gewohnheit, -ferner durch Eitelkeit, denn es gilt in vielen Ländern der Welt als eine Ehre, von Frankreich vor oller Augen mit Frenndsch>.ift!i>.chkeit behandelt zu werden. Die Sicherheit des Menschen, der zu gefallen gewiß ist, prägt sich in jedem Wort französischer Werbearbeit aus. Nur ein Franzose kann, Mie Professor Röche- vlove in einem in Holland Mährend der Kriegsjohre zu Pvopagandazwecben ols Sonderabdruck mel vervretteteu Arnkel aus derXevue cies cteux luonclss" voin 1. Oktober 1917, schreiben: /unsi le clesir 6s eonnmtrs mieux 1a i^rÄNLe. cle es temps, 6e se rapprocker cl'eüe, cle lui temoigner aoimiriltiun et i-eeonimissÄNLe tencires, est es qui travaille en ee Moment la I^nllanäe, kiclele en ceei K toutes ses traäitions cl'inclepenclÄnce, cle Imuts culture et -äs s^mpatlue pour l^ eivilisation latine. Lar, nmlzzre le voisinage des populations et clss langues, eile est beaueoup plus repoussee cm'attiree pur le ^ermanisme, et son temv^- ramsnt est, en son koncl clernier, irrecluotible au temperament Allemanä. l?ue nous mme pour 6es raisons uniquement niorales, mixquelles les interöts materiels ne koril plesejue Aucuns eontre-partie. I>Ious uvons senti si prokon- äöment cme 1'mnour cle I?. Trance etait vraiment une religion cle I'umunitö, et czue, selon la parole mmeuse:tout domme a cleux pa^s, le sien, et pu>s la I'rauLe." ^) Nur ein Franzose kann so etwas schreiben. Und diese Empfänglichkeit

i) Der Wunsch, das heutige Frankreich besser kennen zu lernen, ihm nahe zll kommen, ihm Bewunderung und zarte Erkenntlichkeit zu zeigen, ist jetzt in Holland lebendig. Holland bleibt hierin seiner Tradition der Unabhängigkeit, hohen Kultur und Neigung 6^ lateinischen Bildung treu. Denn es fühlt sich trotz seiner Nachbarschaft und Sprachen' verwandlschaft vom Deutschtum eher abgestoßen als angezogen, und seine Natur ist Grunde der deutschen Natur fremd. Holland liebt uns ausschließlich aus ideellen Gründen, materielle Interessen sind kaum mit im Spiel. Wir haben tief innerlich gefühlt, da?; die Liebe zu Frankreich wirklich einer Religion der Menschlichkeit gleicht und daß nach dem berühmten Wortjeder Mensch zwei Heimatlands hat, sein Baterland und Frankreich"-